THEATER

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DISKUSSION

THEATER

In den letzten Jahren wurden 10.000 Stellen an Theatern gestrichen. Das sind 20% aller Beschäftigten. Für die Kultur fällt der Vorhang! Was halten Sie davon?
17 Kommentare Kommentar verfassen

Sehr geehrte Damen und Herren,

"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (Karl Valentin)
Das kann man wohl sagen! Selbst an Stadt- und Staatstheatern verdienen Theatermacher relativ wenig, aber wie sieht es erst bei den freien Theatermachern aus?
Es wäre schön, wenn Sie auch auf deren frustrierende Situation, vor allem in den Ballungsgebieten München und Berlin, hinweisen könnten!!! Diese freien, ohne den Druck und die Angst eines "Betriebs" experimentierenden Kreativen sind es nämlich, die die Lebensqualität und das Image einer Stadt wie Berlin ausmachen!!!

Herzliche Grüße
Miriam Eberhard.
Miriam Eberhard

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für diese Kampagne! Hervorragend!
Stellen Sie sich eine Gesellschaft ohne Kunst und Theater vor! Dass wir diese nur noch in Marketingbegriffen rechtfertigen können, ist schon ein extremes Armutszeugnis.
Das Leben ist ein Geheimnis und wertvoll an sich und genauso ist es mit der Kunst. Wichtig im Leben sind nicht Wirtschaft, Schönheit und Macht, sondern das zweckfreie Denken, Spiel, Freundschaft, Religion und Philosophie – vor allem in dieser durchgeknallten, verhärmten Luxusgesellschaft Deutschlands.
Dass diese Werte noch existieren, daran hat die Kunst großen Anteil. Und dieses macht eine Region nicht nur "attraktiv" und zur "Wohlfühlstadt", sondern das Leben an sich lebenswert. Und wenn man unserem Theatersystem gegenüber gleichgültig ist, soll man sich nur mal in Nachbarländern wie Frankreich und England oder gar in Russland oder Cuba umschauen. Das deutsche Theatersystem ist eine einzigartige, historische Errungenschaft vieler Jahrhunderte, ist auf der ernsthaften Arbeit vieler hochbegabter Menschen aufgebaut, die Deutschland zum Land der „Dichter und Denker“ gemacht haben (Tourismusfaktor!) und gehört als solches unter Schutz gestellt!

Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem Streik der Kulturschaffenden? Keine Lobby? Zuviel Konkurrenz? Mal sehen!

Die betrübten Kulturkonsumenten und -politiker müssten dann in ihrer Bude vor Computerspielen versauern.

Herzliche Grüße
Miriam Eberhard.
Miriam Eberhard

liebe miriam , das mit dem streik ist eine gute anregung ! aber wir ,als theaterschaffende , dürfen nicht streiken !! das hat nichts mit lobby oder konkurrenz zu tun !

daniel

Wenn das so weiter geht gibt es dann ja bald bei ALDI heaterkarten. Man hat das Gefühl das Kunst und die damit verbundene intelektuelle Freiheit nicht mehr in diesem Lande der Dichter und Denker erwünscht ist und ausstirbt. Deutschland armes Land. Wenn ich Frau Eberhards Beitrag lese sehe ich gerade viele Paralelen.
Theater muß ein Gut für die Allgemeinheit bleiben, theaterschaffende dürfen in Deutschland für tarifliche Dinge streiken. Ich wünsche mir aber mal einen politischen Streik und kann mir bei der geistigen Weite der Theatermenschen schon tolle Dinge vorstellen, aber politische Streiks muß man dann in Frankreich durchführen.
Vorhang zu?

Andreas Joisten

Das ist genau richtig! Wieso soll der Steuerzahler für Kultur zahlen? Zahlen sollen die, die auch ins Theater gehen wollen!
Diese Seite ist eine (fast schon idiotische) Unterstützung der Politiker, die nur um Stimmen zu gewinnen die öffentlichen Kassen leeren. Es ist genau die richtige Reaktion, jetzt zu sparen! Die einzige Alternative wäre, auf Jahre weiter Schulden zu machen und Deutschland damit zu ruinieren! Hierzu muss man nun einmal auf manche Dinge verzichten, aber wenn es um die Zukunft unseres Landes geht muss man das akzeptieren.

Die Stimme der Vernunft

P.S.: An die "Redaktion": auf der Seite steht "sie sollten dieses Thema diskutieren", wenn sie diesen Beitrag nicht veröffentlichen, ermöglichen sie keine Diskussion und benehmen sich ausserdem wie Diktatoren.
mfg

Frank Müller

Vorschlag an Herrn Frank Müller(Beitrag v. 15.11.07):
Arbeiten Sie bitte ab demnächst in einem Theater - bei täglich wechselnden Arbeitszeiten im Schichtdienst sowie auch an Sonn- und Feiertagen und das mit der Angst im Nacken zukünftig eingespart zu werden...wer würde dann Ihre Familie ernähren?
Richtig! Auch der Steuerzahler...nur aus einem anderem Topf...
Wo ist da bitteschön die "Einsparung"?
Okay, Alg oder Hartz4 sind erheblich weniger Ausgaben - und das was "eingespart" wird kann dann als zB. Diätenerhöhung gleich neu verteilt werden - 7000€ Monatseinkommen sind auch wirklich etwas knapp bemessen...für Menschen, die den von Ihnen prophezeiten "Ruin" Deutschlands verwalten...
ein Tip noch anbei, den ich auch meiner Tochter für`s Internet gegeben habe:
ThinkB4Uclick!
mfg :)

Wilfried Michalke

Gegen Ihre unter PS deutlich hervorgebrachten Vorurteile andiskutieren zu wollen ist genauso erfolgversprechend, wie Don Quijotes Kampf gegen die Windmühlen. Also sollte man diese Diskussionen lassen. Dennoch halte ich es Ihnen hoch, dass Sie ihre abweichende Meinung kundtun.

Wolfgang

Hallo,
ich möchte Herrn Müller auch etwas zum Nachdenken mitgeben.
Wie kann es sein, das Alle,egal ob Wirtschaft, oder Politik, immer vom Sparen reden, aber sich dabei selbst ausnehmen? Da wird den Menschen Zulagen, oder sonst etwas gekürzt, oder unendgeltlich längere Arbeitszeiten verlangt, und dann wird sich gewundert, das die Kaufkraft nicht stimmt. Sehr verwunderlich für intelligente Menschen, die angeblich in die Zukunft investieren, und weiter denken. Wir müssen sparen? Was ich stark anzweifele.Aber wenn,dann bitte auch Alle. Bitte nicht auf die zeigen die sowieso die Gelackmeierten sind.
Deshalb kann ich das ganze Gejammere, auf hohem Niveau, von Politik und Wirtschaft auch nicht wirklich ernst nehmen. Diese Menschen haben keinerlei Sozialverhalten. Viele Menschen müssen überlegen, ob sie sich gewisse grundlegende Dinge leisten können. Zahnersatz ist da so ein Thema.Die o. g. Herrschaften überlegen sich aber wohl eher, ob sie sich einen Porsche, oder einen Mercedes kaufen. Nun Herr Müller, überlegen sie mal.
Und allerliebste Grüße ;-D

Bernd Müller

Sehr geehrter Herr Müller (zum Beitrag vom 15.11.07),

Sie hören, dass im Theater über die ertragbare Grenze hinaus gespart wurde und raten weiteres Sparen an. Eine blödsinnige Logik, nicht die Stimme der Vernunft!
Hätten Sie sich einmal mit den Zahlen und Fakten und mit der Realität des Theateralltags beschäftigt, dann wüssten Sie:

„Die deutschen Theater verzeichnen 30-35 Mio. Zuschauer pro Jahr. Die meisten Theater haben Kürzungen der Zuschüsse bisher durch betriebsinterne Maßnahmen auffangen können. Einerseits wurde eine Kostensenkung durch Abbau von ca. 5.600 Arbeitsplätzen und Reduzierung von Vorstellungen erreicht. Das Einspielergebnis, der selbst erwirtschaftete Anteil an den Einnahmen, stieg im Vergleich zur vorangegangenen Spielzeit nochmals um 0,3 Prozentpunkte auf aktuell 17,3 Prozent an.
Insbesondere für kleine und mittlere Theater in den neuen Bundesländern reichten diese Maßnahmen und die Einführung moderner betriebswirtschaftlicher Strukturen jedoch nicht aus. Daher haben Bühnenverein und Künstlergewerkschaften bisher über 60 Haustarifverträge abgeschlossen, mit denen die Mitarbeiter ganz oder teilweise auf das 13. Monatsgehalt über mehrere Jahre verzichteten. Weitere Kostensenkungen sind jedoch bei gleich bleibender Qualität der Produktionen an vielen Bühnen kaum mehr möglich, und auch die Steigerung der Eigeneinnahmen stößt vielerorts an ihre Grenzen.“ www.kulturportal-deutschland.de

Miriam Eberhard

Sehr geehrter Herr Müller,
ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen,doch viel Gedanken gemacht und eine Theaterkommuneschirrmann e.v. gegründet.Ich selber bin wahrlich in allen Bereichen -Kultur-Bildung-Familie-und Arbeit von den Einsparungen betroffen und tuwas.
Ich denke alle können davon profitieren wenn die wir im Schillerhaus die Räuber spielen und Tafeln,mit der Tafel.Fordern normale Tariflöhne ,wie in West-Berliner Inselzeiten inkl.Berlin-Entwicklungshilfe.
Ich sende Ihnen noch unsere Satzung parallele und sie finden mich unter www.theaterjobs.de schirrmann West-Berliner Inselkind und unsere TKS-Theaterkommuneschirrmann e.v. unter organitaion auf dem Theatermarkt.
Herr Musbach und auch das Gripstheater würde davon profitieren können,mit 46% können wir über das Benachteiligtenprogramm EU_Gelder bekommen und Arbeitsplätze schaffen.

Viele liebe Grüße
Ihr altes West Berliner Inselkind
Hausbesetzergöre
Bühnenbildnerin
Jeanette Schirrmann

Wir sind nicht mehr jetzt sind wir wer.
Generationübergreifend Tafeln.
Nächstes Jahr 40Jahre Jubilum
Die 68 ziger Bewegung.

Reformkind 1967

Jeanette Schirrmann

Sehr geehrter Frank Müller.

Sparen ist gut und sinnvoll. Nur muß man fragen dürfen: an was gespart wird und welche folgen dieses Sparen hat. Steuergelder werden oft genug verschwendet oder unklug verplant. Wenn es aber um freiwillige Ausgaben geht die eine Kommune macht um Kultur, Bildung, Soziale Vereine zu fördern, dürfen diese Ausgaben nicht beschnitten werden. In den meisten kommunalen Etats, sind diese Ausgaben verschwindend klein (1-5 %). Wenn man den Städten aber die Volkshochschulen nimmt, Soziale Projekte beschneidet,die sich um Kinderbetreuung, Drogenberatung, Familienunterstützung und der gleichen kümmern, wenn man Kulturelle Institutionen wie Theater oder Museen eindampft oder gar schließt, spart man die Orte ein die für eine Demokratie und ihre Grundwerte (Chancengleichheit in der Bildung, Foren des öffentlichen Diskurse, frei Meinungsbildung, Brüderlichkeit) essentiell sind. Eine Gesellschaft die sich diese Werte spart, steuert auf eine wirklich arme Zukunft zu.

Andreas Anke

Andreas Anke

Es ist schon traurig was so in unserer Gesellschaft passiert. Da spricht man immer davon Kinder oder Jugendliche sollen doch ins Theater und sollen sich bilden... nicht nur immer Frensehen oder Kino. Naja und dann werden aber so viele kleine Theater geschlossen. Aber ist es nicht auch so, das zu erkennen ist, das besonders Familen die in schwächeren Verhältnissen Leben nicht die Möglichkeit haben, z.B. ihren Kinderen diese Bildung zu vermitteln, oder besser zu ermöglichen? Außeder dem wie sollen den Kinder oder junge Erwachsene die Möglichkeit haben, ihr KÖNNEN zu zeigen ????

Sylvi

Ich finde das auch alles unglaublich schade und kann mich den Anderen eigentlich nur anschließen....Ich selbst spiele am Theater an der Parkaue(Deutschlands größtes Kinder- und Jugendtheater) an einem Jugendclub Theater und es sind tolle Erfahrung die wir dort machen dürfen, indem wir uns regelmäßig in unseren Gruppen treffen und ein Stück erarbeiten um es dann stolz vorzuführen. Es macht uns allen unendlich viel Spaß und es wäre traurig wenn Kinder nicht die Chancen nutzen können die sie eventuell hätten- Oder wie sollen sie ihre Talente im kreativen Bereich überhaupt entdecken, wenn die Theater geschlossen werden?
Ich persönlich interessiere mich für den Beruf des Theaterpädagogen und mit welcher Mutivation soll man rangehen, wenn man hört diese Stellen werden als erstes gestrichen?
Ich hoffe wir können etwas bewegen...um gestärkter und zufrieden in die Zukunft blicken zu können.GLG, Jana

Jana

Dieses Kampagne ist überfällig. Dank an die Initiatoren und Ausführenden!

Sparen ist zunächst einmal nicht nur nicht schlecht, sondern sogar nötig und gut, wenn man klug wirtschaften möchte. Aber: unter welchen Prämissen gespart wird entscheidet darüber, ob es zerstörerische oder konstruktive Wirkungen hat. Und Steuern sind eigentlich ein ideales Instrument: sie steuern etwas gesellschaftlich Gewolltes.

Was aber in den letzten Jahren passiert, ist nicht gesellschaftlich gewollt - jedenfalls meinem Eindruck nach. Es ist eher ein schleichender und immer deutlicher Einfluss der Privatwirtschaft auf unsere gesellschaftliche Infrastruktur.

Nun lässt sich von der Privatwirtschaft viel lernen und dieser Prozess ist sicher - wie alle Lernprozesse - nie so richtig abgeschlossen. Aber öffentliche Einrichtungen sind ihrem Wesen und ihrer Funktion nach grundsätzlich unterschiedlich - insbesondere in Kunst und Kultur. Es geht nicht in erster Linie um Profitmaximierung, sondern um das möglichst sinnvolle Erfüllen gesellschaftlich relevanter Aufgaben - und das auf lange Sicht. Und dieser Punkt muss, meiner Meinung nach deutlicher kommuniziert werden.

Im Übrigen könnte die Privatwirtschaft auch noch viel lernen: zum Beispiel dass Profitmaximierung kein Selbstzweck sein muss.

Diese und andere Fragen werden in Kunst und Kultur schon lange und sehr lebendig bewegt. Und davon brauchen wir mehr - und nicht weniger! Lassen wir uns nicht mehr aushungern!

helge

Theater, Kulturzentren und Museen sind doch so ziemlich das überflüssigste, was der "öffentliche Dienst" beinhaltet. Diese "Kunsthäuser" berühren doch real einen derart geringen Anteil der Öffentlichkeit (i.S.v. der Bevölkerung), das eine öffentliche, steuerliche Finanzierung absolut verzichtbar ist. Privatisiert diese Sektoren!
Es kann doch nicht sein, das für den Spass einer absoluten Minderheit (denn realistisch gesehen ist der kunstbegeisterte Teil der Bevölkerung nichts anderes!) Millionen von Steuergeldern weggeworfen werden, während bei den sog. "freiwilligen Leistungen" immer weiter mutner gestrichen wird, obwohl ein weitaus größerer Teil der Menschen diese Leistungen gerne in Anspruch genommen haben und weiter nehmen würden!

Genug gespart - im Bereich Theater? Nein! Dort sollte gelten: Weiter sparen -> komplett sparen -> Mittel für wirkliche "öffentliche Dienste" nutzen!

Klaus Meier

Städte geben Millionen aus für die Restaurierung oder für den Neubau ihrer Theaterhäuser. Aber Schauspieler werden schlecht bezahlt! Nun sind die Häuser von Schließungen bedroht, weil die Kommunen sparen müssen. Wenn es kein Theater gäbe, wären die Menschen dem Sex hilflos ausgeliefert! Die Kulturpolitiker wissen zwar nicht, wo sie hinwollen, möchten aber als Erste da sein. Wie sagte bereits Karl Valentin: "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." Kunst kommt schließlich von Können! Käme es von Wollen, hieße es Wulst! Also bitte: Keine Kürzungen mehr bei der Kultur und anständige Bezahlung!!!

Andreas Wetzig

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