Öffentliche Bäder

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DISKUSSION

Öffentliche Bäder

In den letzten Jahren wurden über 1.500 öffentliche Bäder geschlossen. Für viele Familien ist der Eintritt im »Spaßbad« zu teuer! Was sagen Sie dazu?
8 Kommentare Kommentar verfassen

Ich finde es sehr gut, dass die Kampagne auch solche Bereiche wie die öffentlichen Bäder anspricht. Gerade solche Einrichtungen werden so oft als nicht 'lebensnotwendig' eingespart. Ich denke aber nicht, dass wir nur noch überleben wollen. Wir wollen auch ein lebenswertes Leben. Wenn diese Bereiche nur noch privat angeboten werden, dann wird das ganze Leben nur noch vom Kommerz bestimmt. Dies trifft auch sehr oft Kulturangebote. Viele kleine Städte verlieren so schleichend ihre Lebensqualität.

Bertram Zöllner

Schon bei den Römern war das öffentliche Bad für alle Bürger kostenfrei.
Im Bad sind der Senator und der Getreideempfänger ( der damalige Begriff für Sozialhilfeempfänger ) gleich.
Dass dies heute nicht mehr möglich zu sein scheint, zeigt, wie tief unser Land gesunken ist.
Der Privatisierungswahn muss gestoppt werden, und zwar in allen Bereichen.
Siehe hier nur den Wahnsinn bei der Bahn.

Johannes Niederkirchner

Wir haben ein wunderschönes Freibad in Bergisch Gladbach. Ruhige Waldrandlage, mit einem 50 m Becken, einen Springerbecken, einem Nichtschwimmerbecken und einen Kinderplantschbecken. Hier zahlt man für eine Tageskarte als Erwachsener 4,50 €. Man kann es sich also noch finanziell leisten in diesem städtischen Bad schwimmen zu gehen. Da man aus dem Mediterana ein Thermalbad machen will, können dort Schulen und Vereine nichtmehr schwimmen gehen. Jetzt soll auf das Freibad Milchborntal eine Halle gesetzt werden. Ein Freibad das seit ca. 75 Jahren besteht ! Kein Mensch wurde gefragt, ob man für oder gegen eine Halle sei. Ohne öffentliches Ausschreiben scheint das Bad verkauft worden zu sein. Der Herr der das Grundstück gekauft hat, hat nun angeblich vor Einfamilienhäuser auf einen Teil bauen, im gegenzug setzt der "großzügige" Herr eine Halle auf unser geliebtes Freibad, damit die Schulen und Vereine schwimmen gehen können. Warum können Schulen und Vereine nicht in Freibädern schwimmen gehen, wenn Freibäder mit beheitzten Becken doch das ganze Jahr über aufbleiben könnten? Und warum geht Wellness vor Sport und Bewegung, wo doch der Bewegungsmangel der Kinder heutzutage weit bekannt ist?

Sarah Hirche

Lieber Herr Niederkirchner,

wo ordnen sie dann die römischen Sklaven (die immerhin mehr als die Hälfte der Gesellschaft ausmachten) in ihrem Vergleich ein?
Diese hatten keinen Zutritt zu den römischen Spaßbädern, sie erarbeiteten nur deren Bau und Unterhalt. Vielleicht bei der Masse der Steuerzahler, die sich solche Besuche heutzutage schon lange nicht mehr leisten kann?
Unsereins geht eben zum nächsten Weiher, wie weiland die Sklaven, wenn sie denn Zeit hatten und durften...
Aber natürlich ist das der Panem&Circensis ( = Hartz4 & RTL2 ) berechtigten Plebs nicht zumutbar.
Uns wird nichts anderes übrigleiben als die Sklaverei wieder einzuführen, wenn wir uns auf Dauer ähnliche Zustände wie bei den Römern leisten wollen. Mit den selben Folgen.

Arthur Zahnmesser

Sehr geehrte Frau Hirche und an die anderen Leser,

Auch ich kann ein Beispiel beisteuern: Ein nicht nur in Ausstattungs- und Architekturpunkten beeindruckendes Stadtbad wurde den kurzsichtigen Interessen der lokalen Nach-mir-die-Sintflut-Köpfen geopfert, sukzessive geschlossen, durch e. mangelhaften Neubau "ersetzt" u. schnellstmöglich entkernt (was natürlich als positiv veröffentlicht wurde, da es einer Behörde in ihren Räumen zu eng wurde ...). Das angesprochene neu errichtete "Freizeitbad" mit kaum buchstabierbarem Denglisch-Fantasienamen bietet den Badegästen einen beeindruckenden Ausblick auf die nebenan befindlichen Anlagen des Heizkraftwerkes, den 25-Meter-Schwimmern die Pflicht zur Zahlung des vollen "Spaßbad"-Eintrittspreises und ein von Schulen, Vereinen und Turmspringern ständig überfülltes Schwimmbecken und überteuertem Frühschwimmtarif für die eine mögliche Stunde an ganzen drei (!) Tagen in der Woche. Parallel zur ersten Schließung gingen für die Öffentlichkeit auch im zweiten örtlichen Hallenbad (samt Sauna, Solarium und Sporträumen sowie wenige Monate zuvor durchgeführter Renovierung) die Lichter aus, obwohl man auch hier genügend Bade- und Erholungssuchende vorzuweisen hatte. Trotz dessen sind die Eintrittszahlen des neuen Bades noch immer mehr Lachnummer als die erhoffte Geldquelle, was einmal mehr für den schlechten Umsatz pro Besucher gilt (Ramschangeb. f. Jugendliche, Barnächte u.ä. Veranstaltungen). Die alte Infrastruktur hat weniger Verluste gebracht!

Thomas R., Jena

Es ist schlimm. Die Bäder verkommen und Sanierungen sind teuer. Es werden die Bäder geschlossen, oder sogar in private Hände abgegeben, die Preise explodieren.
So geschehen beim Stadtbad Mitte in Frankfurt.
Spaßbäder werden weniger Attraktiv, verstaubte Kunstpflanzen anstelle lebenechter Grünpflanzen, ein Eintritt für den man mühelos mit der Familie einen günstigen Kinotag erleben kann.
Bald ist öffentliches Schwimmbaddasein nur noch für die Besserverdienenden dieses Landes möglich, aber wir Bürger tragen die Bäder allesamt mit unserer Steuerlast... und haben nichts mehr davon.

St. Reichel

ich finde es nur noch traurig, mein sohn 8jahre hat jetzt in der schule schwimmen, sie fahren ne halbe stunde zu einem schwimmbad..was gnädiger weise für schulklassen vormittags ermäßigte preise hat..... normale bäder sind hier nicht..... außer zwei spaßbäder.. wo man für 2stunden schon 10 für nen erwachsenen zahlt und 8 euro für nen kind .
Mein sohn kam dann mit nem zettel nach hause auf dem stand das die hilfe der eltern nötig wäre , da in einer klasse von 28 kinder nur 3 perfekt schwimmen können und 4 weitere erst ihr seepferdchen haben...... bringen sie ihrem kind schwimmen bei...ich frage mich wie das gehen soll ich bin alleinerziehend habe nen minijob....von welchem geld soll ich das noch zahlen.. mien kind hängt also deshalb dann hinterher und ich muß mir von andren noch nen schlechtes gewissen einreden lassen.....weil mein kind es nicht lernen "kann" super deutschland....und so kinderlieb

nicki

Es ist ein Drama - Der öffentliche Dienst blutet aus und das nicht nur im Bereich der öffentlichen Bäder.
Spaßbäder kommen und die 25 m Bahnen verschinden. Wo soll mann den noch schwimmen lernen.
Die komunalen Haushalten haben - so glaubt man - keine Lust mehr
Geld in die maroden Bäder zu pumpen. Geld ist vorhanden, wird leider nur an anderen Stellen ausgegeben.

Weiter so - Freischwimmer in der Badewanne soll auch gehen.

Der Nachdenker

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