Krankenhäuser

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DISKUSSION

Krankenhäuser

50.000 Pflegestellen in Krankenhäusern wurden in den letzten Jahren gestrichen. Bei gleichzeitig 1 Million mehr Patienten geht das auf die Knochen! Was halten Sie davon?
70 Kommentare Kommentar verfassen

ich finde es unglaublich, dass man heutzutage nach einer operation nur noch 3 oder 4 tage im krankenhaus ist und dann nach hause geschickt wird. da sollen dann freunde und bekannte sich um die probleme der patienten kümmern. aber was ist, wenn die auch keine zeit haben? dann liegt man zu hause und hat immer das handy mit der notarzt-nummer neben sich. klar: wenn man privat-patient ist passiert einem das nicht! ich finde es schon bedrohlich wie aus unserer solidarischen gesellschaft ein haufen von egoisten gemacht wird. und keiner beschwert sich sondern kümmert sich nur noch um sich selbst und seine vorteile. so sollten menschen nicht miteinander umgehen! und der staat sollte so was auch nicht fördern sondern etwas dagegen tun!

Julian

Für Verdi gehören die Krankenhäuser selbstverständlich zur öffentlichen Daseinsvorsorge.

Jeder Stadtrat, Kreistag bzw. Ländergesundheitsminister, die Verantwortung für Krankenhäuser und Unikliniken tragen, werden ganz andere Antworten geben, wenn es gilt Verluste abzudecken bzw Investitionen ausserhalb des Krankenhaussrechtes zu finanzieren. Welcher öffentliche Träger macht Geld locker für zusätzliche Stellen in seinen Krankenhäusern ?

Ich persönlich erwarte, dass die Frage: gehören Krankenhäuser zur öffentlichen Daseinsvorsorge, auf die politische Tagesordnung gesetzt wird.

Nur wer offen und redlich darüber diskutiert, dem gehört meine Wählerstimme.

Franklin Fleischhauer

Wer selbst einmal in der Situatio war krank und auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, der weiß wie wichtig Beistand und professionelle Unterstützung ist. Einsparungen im Gesundheitsbereich gehen an die menschliche Substanz und machen schwierige Situationen unerträglich.

Peter Krause

Gerade als Schwerbehinderter kann ich auf die Hilfe des Öffentlichen Dienstes nicht
verzichten! Die Benachteiligten in unserer Gesellschaft brauchen die Hilfe der
Mitarbeiter der kommunalen, kirchlichen und staatlichen Einrichtungen!
Die gleichen Politiker, die unabhängige Unternehmen zur Erhaltung von Arbeitsplätzen
auffordern, sorgen im Öffentlichen Dienst für permanenten Stellenabbau!

Lothar Lemke

Um jede Pflegekraft wird im Krankenhaus gerungen, Ärzte gibt es im Verhältnis mehr, mit denen kann Geld reingeholt werden.Die Pflege ist nur ein Kostenfaktor, der den Gewinn schmälert.Es müssen sich noch viel mehr Pflegekräfte in ver.di organisieren und Druck machen. Unsere lieben Arbeitgeber möchten die Gehälter nach wie vor absenken. Schwestern und Pfleger: kämpft für Eure Sache mit uns gemeinsam.Auch für den Erhalt im ÖD.
Hamburg hat gezeigt was passiert.

Wolfgang Töde

Allein die aktuelle Diskussion über die Zustände in unseren Pflegeheimen zeigt, dass (aus meiner Sicht) die deutsche Gesundheitspolitik an vielen Stellen nicht funktioniert. Gerade im Gesundheitswesen sollte man darauf achten, dass nicht mehr gespart wird, wie unbedingt nötig.
Pflegepersonal wird abgebaut und durch (deutlich) weniger qualifiziertes Personal ersetzt. Klar: dies spart Kosten. Aber letztlich wird dadurch auch an Qualität eingespart. Und das geht dann auf die Kosten der Patienten, bzw. Bewohner.
Dies kann so NICHT weiter gehen!!!
Wie geht es Ihnen damit, wenn Ihr Kind schwer verletzt in einem Krankenhaus liegt, vielleicht sogar lebensbedrohlich, und von einer Hilfspflegekraft betreut wird, kommen Ihnen da keine Bedenken???
Würden Sie sich nicht sicherer fühlen, wenn Sie wüssten: mein Kind gebe ich in gut ausgebildete Hände?!?!
Oder eins Ihrer Elternteile ist schwerst pflegebedürftig. Sie geben Ihre/n Mutter / Vater in ein Pflegeheim, da Sie berufsbedingt nicht selbst für Ihre/n Mutter/Vater Dasein können. Einige Wochen später finden Sie Ihr Elternteil durch gelegen vor (Dekubitus). Geht es Ihnen gut damit, wenn so etwas passieren würde? Ihr/e Mutter/Vater, die vielleicht ihr ganzen Leben für Sie da waren, werden als hilfebedürftiger Mensch einfach fallen gelassen.
Diese Zustände nur auf die jeweiligen Leitungen der Einrichtungen abzuwälzen ist aus meiner Sicht absolut fehl am Platz.
Nein, die Politik muss dafür sorgen, dass es in der Pflege wieder stimmt!!! Es muss dafür gesorgt werden, dass ausreichend gut ausgebildetes Personal zu Verfügung steht und dadurch die Pflege und Betreuung sicher gestellt wird. Und das kostet Geld ...

Nolte

TEIL 1

Das Sparen bei der Pflege hat noch lange kein Ende: Zwar werden wohl keine Planstellen mehr gestrichen, aber mit einer Absenkung der Fachquote wird bares Geld gespart - auf Kosten der Pflegequalität. Konkret sieht das für Normalstationen so aus, dass pro Schicht nur noch ein 3jährig ausgebildeter Mitarbeiter da ist, alle anderen sind Pflegehelfer o.ä. Das kann nicht lange gut gehen: Ich lasse eine dringende Autoreparatur auch nicht von irgend jemand machen, sondern suche mir eine kompetente Werkstatt aus! Qualität kostet nicht nur ihren Preis, sie rentiert sich auch. Die Stimmung in deutschen Kliniken wird schlagartig besser, sofern Stellen nicht nur geschaffen, sondern auch suffizient besetzt werden, von einer leistungsgerechten Bezahlung mal ganz abgesehen ...

Eine Personaldecke, die so dünn wie im Moment ist, lässt keinen Spielraum mehr für patientenorientierte Arbeit, sondern ein Zurück zur Funktionspflege! Und eine mitarbeiterorientierte Führung ist schon lange nicht mehr möglich: Wiedereinsteiger auf Teilzeit, in der Regel Mütter, haben fast keine oder nur sehr geringe Chancen.

B.Schaper

TEIL 2

Nach Einführung der DRGs in Deutschland haben knapp zwei Jahre später die Australier die DRGS, von denen dieses Abrechnungssystem ursprünglich kommt, wieder abgeschafft, aus welchem Grund wohl? Aber die Politik ist leider zu statisch, hat zu viel Rücksichten auf Lobbyisten zu nehmen, um bei einen fahrenden Zug die Notbremse zu ziehen! Jeder Mitarbeiter im Krankenhaus hätte bei solch einer Arbeitsweise nicht nur eine Abmahnung erhalten, sondern wahrscheinlich seine Kündigung.

Unter diesen Umständen gehört das deutsche Gesundheitswesen sofort, grundlegend, umfassend und ohne Rücksicht auf Lobbyisten oder persönliche Befindlichkeiten reformiert, aber diesen Schritt traut sich ja aus der politischen Kaste keiner zu - da geht es schlicht um Machterhalt und nicht darum was "dem deutschen Volke wohl täte". Lieber reden wir noch ein bisschen rum, bis der Karren im Dreck nicht mehr zu sehen ist.

So produziere ich auch im Gesundheitsbereich eine Fachkräfteabwanderung: Ausbildung in Deutschland ja, Geld verdienen: Nein!

B. Schaper

Nach 20 Jahren in der Pflege könnte ich niemanden mehr raten diesen Beruf zu ergreifen, was sehr schade ist,da er an sich viele positive Aspekte beinhaltet. Und auch das Schlagwort Pflegenotstand ist nicht neu!
Neu ist allerdings dass seit ein paar Jahren Pflegekräfte Kunden der Arbeitsagenturen sind,während ihre Kollegen sich bis zur totalen Erschöpfung abrackern müssen!! Ich möchte hier bewusst nicht über DRG'S, lachhafte Budget's o.ä. auslassen,sondern den Lesern die Patienten oder Angehörige sind, versuchen einen Einblick zu geben. Denn sie und damit die Gesamtbevölkerung sind es, die es am meisten betrifft.
An meinem derzeitigen Arbeitsplatz sind 3 Planstellen offen,die aus Geldmangel nicht besetzt werden,wir haben 20 Betten,belegen diese aber oft doppelt( wenn jemand z.B.einige Tage auf der Intensivst. ist) und auch der Flur wird ständig,auch mit Schwerstkranken belegt.Wir sind i.d.R. morgens und mittags zu zweit,mit viel Glück noch verstärkt durch einen Schüler o.ä. und nachts allein.Wir arbeiten in3 Schichten und nicht selten10-12 Tage am Stück und haben dann 3-4 Tage frei.Dafür gibt's dann,in meinem Fall, ca. 1400€ netto.
Viele Kollegen die am ENDE ihrer Kräfte sind,psychisch und physisch,würden gerne ihre VZ-Stellen reduzieren was sie nicht dürfen,da keine neuen Kräfte eingestelt werden,während neu ausgelernte Kräfte grundsätzlich,wenn überhaupt ,nur zu 75% eingestellt werden, da kein Geld da ist- angeblich.

Leonore Teil1

Das sind die Fakten,nun die Auswirkungen:
Patienten werden nicht mehr adäquat versorgt,geschweige denn gefördert. Praktikanten müssen geschickt werden um Pat. z.B. Essen einzugeben, statt ihnen beizubringen wieder selbst zu essen. Das ist das harmloseste Beispiel, das mir eingefallen ist. Die Realität sieht anders aus.
Ich würde gerne sehr konkret werden,aber da ich mich selbst nur ins Krankenhaus legen lassern würde, wenn ein Anwalt an meiner Seite sitzt,und das sowohl wegen der pflegerischen wie auch der ärztlichen Seite, Patienten werden zunehmend zu Problemen und je größer das Problem desto schneller wird verlegt. Das führt zum sog. Drehtüreneffekt. Wie kurzfristig kann man eigentlich denken? Auch wenn ich es entschieden verurteile,wundern mich immer neue Pflegeskandale nicht besonders.
Was allerdings deutlich zugenommen hat,ist der administrative Teil. In einer Schicht nimmt die Dokumentationspflicht mindestens eine Stunde ein.
Die hohe Kunst der Pflege aber, die Patienten nicht nur satt und sauber hinterläßt,wenn überhaupt,sondern Individualität anerkennt und Menschlichkeit zuläßt, ist kaum mehr machbar.
Politiker und Entscheidungsträger bekommen davon nichts mit,selbst wenn sie einmal ernsthaft erkrankt sind. Zur Not wird dann einfach ein gesamter Trakt eines Krankenhauses für diese VIP's gesperrt. Dies ist keine Vermutung, sondern Realität. Wir anderen allerdings werden alle, früher oder später, die Auswirkungen dieses .Gesundheitssystems zu spüren bekommen.

leonore Teil2

Ich stimme Leonore Teil 1 und 2 voll zu. Ich arbeite seid 20 Jahren in Seniorenheimen. ich bin froh heute im Sozialen Dienst und nicht mehr in der Pflege zu arbeiten. Während die Arbeit immer anspruchsvoller wird ( Dokumentation / Qualitätszertifizierung etc.) haben die AltenpflegerInnen immer weniger zeit für den Menschen selber!
Und über die Bezahlung brauchen wir gar nicht zu sprechen, warum verlassen sonst etliche AltenpflegerInnen nach kurzer Zeit wieder die Pflege?
Und schaut man sich die Tarifabschlüsse der letzten Jahre an DRK / AWO / Caritas so geht der Trend, angeblich wegen Konkurenzfähigkeit und am sich am markt zu behaupten, ganz Klar in Richtung Einsparungen.
Schade, das die Senioren nicht eigene Parteien gründen und endlich Ihre Stimmen erheben.
Noch viel besser wäre es aber, wenn sich "Pflegende" auch besser Gewerkschaftlich organisieren würden und dann zusammen Ihre Stimme erheben und auch mal zu "Streiken".
Aber so lange Pflegende innerlich nur Sozial sind wird mit ihnen in der Zukunft auch nicht besser umgegangen werden!

Uwe Sch.

Während alle begeistert von "Konjunkturbelebung" sprechen, sobald mehr Autos verkauft werden, sprechen wir von "Kostenexplosion" sobald mehr Gesundheit gekauft wird. Dabei ist eines klar: VOM SPAREN IST NOCH KEINER GESUND GEWORDEN.

Zwei Gründe gibt es für die Sparwut: 1) sinken die Kassenbeiträge durch Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne und 2)müssen privatisierte Krankenhäuser mindestens 10 Prozent Kapitalrendite abwerfen. Die fehlen in der Versorgung und bei den Versorgern.

Was tun: Sozialversicherungspflicht auf ALLE Einkommensarten (auch Zinsen, Mieten, Rendite)

Ingo

Letzte Woche habe ich von den Absichten der Krankenanstalten Ludwigsburg erfahren, die Pflege der Patienten vor allen Dingen billigen Hilfskräften zu überlassen, die als fachlichen Hintergrund lediglich eine mehrwöchige Ausbildung zur Pflegehelfer/in nachweisen können. Es ist außerdem anzunehmen, dass sich das Krankenhaus nicht scheut, diese Hilfskräfte aus den neuen EU-Ländern zu holen. Dass hierbei nicht nur die Kommunikation sondern auch die spezifische Krankenbeobachtung auf der Strecke bleibt ist und letztendlich der Patient, ist, gemessen an den Einsparungen, den Krankenanstalten völlig egal. Als ich mit der Pflege anfing, wurde gerade auf die sog. patientenorientierte Zimmerpflege umgestellt. Sie setzt allerdings fachlich kompetente Pflegekräfte voraus. Nach den neuen Plänen soll nun morgens eine Hilfskraft kommen, alle Patienten waschen, und wieder gehen. Auf Station ist dann nur noch eine Krankenschwester, die zudem auch noch Aufgaben übernehmen muss, die bislang von den Ärzten (ungern) ausgeführt wurden (Zugänge legen und Blutentnahme). Wenn ich mir den Internetauftritt der Krankenanstalten LB ansehe und mit der Realität vergleiche, fehlen mir die Worte. Das Krankenhaus ist mit der menschenfeindlichste Arbeitsplatz. Die Entscheidungsträger nutzen das Engagement ihrer Beschäftigten ohne Scham aus. Aber sie selber sind ja privat versichert und wissen warum. Da ich die Zustände sehr genau kenne, habe ich mich übrigens auch privat versichert.

angela kühn

In Hamburg gab es eine Volksbefragung zum Verkauf der Krankenhäuser. 80% der Hamburger haben sich gegen den Verkauf und gegen die Privatisierung ausgesprochen. Den hamburger Senat hat das alles nicht interessiert und er hat trotzdem verkauft. Wo bleibt da die Macht des Volkes??? Was nützt es, seine Meinung in einer Volksbefragung kunt zu tun??

Jens

Hallo Jens, auch ich warte auf die "Macht des Volkes". Es wird soviel am Volk vorbei entschieden, aber das Volk murrt nur. Was haben denn die Hamburger getan? Ich rate mal: "NICHTS". Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist gehen die Bürger (vielleicht) auf der Straße. Sind wir zu satt? Fehlt der Leidensdruck? Haben die Bürger Angst vor den Konsequenzen? Oder ist der deutsche Michel einfach zu brav und gutgläubig? Ich weiß es nicht. Ich bin gespannt, was diese Aktion für Resultate erzielt.

angela

Eine soziale und solidarische Gesellschaft gibt es nicht umsonst, und Kranke bzw. deren Behandlung kostet etwas. Auch die Frage nach den Ursachen von Krankheit ist da ganz wichtig. Arbeitsverdichtung, Stress, Mobbing, Angst vor Arbeitsplatzverlust und nicht zuletzt Arbeitslosigkeit tragen dazu bei, dass Menschen immer kränker werden und dann eine Behandlung brauchen. Depressionen nehmen immer mehr zu, aber auch psychosomatische Erkrankungen.Diese Zusammenhänge werden heute von den Verantwortlichen schlicht ignoriert. Aber leider herrscht gerade unter den Pflegenden immer noch die "Helfermentalität" vor und viel zu wenige organisieren sich, sei es in Berufsvebänden oder der Gewerkschaft. Und zu viele lassen sich von den Gebetsmühlen der Arbeitgeber und Politiker beeindrucken. Sparen ja, wenn es sein muss, aber da wären zuerst mal die Vorstandsgehälter an der Reihe oder die unverschämten Gewinnspannen der Pharmakonzerne, oder? Wir müssen lernen, NEIN zu sagen, wenn sie an unsere Gehälter wollen oder an unseren Urlaub oder die Zuwendung oder Stellen streichen oder privatisieren wollen. Dass das geht, auch im Krankenhaus, haben die Unikliniken in NRW mit dem 16- wöchigen Streik 2006 bewiesen. Da ging es "nur" um einen Tarifvertrag und die Arbeitszeit, doch das war ein Anfang, der Mut machte. Wir können uns wehren und wir können vor allem auch sagen, wie es besser ginge, weil wir das wissen. Lasst uns doch mal ganz klein bei den Überstunden anfangen: Nein, danke, ich hab frei....

Thomas von Thenen

Ich habe mit meinem schwerstkranken Mann in einer Münchner Universitätsklinik beschämende Erfahrungen gemacht. Wer nicht selbst erlebt hat, wie die Bedingungen für das Klinikpersonal, aber auch die Einstellungen derer selbst ist, kann nicht mitreden. Ich finde es sehr wichtig, dem medizinischen Personal deutlich die eigene Meinung zu sagen, was wir weiß Gott leider nicht immer schaffen konnten (kein Wunder, wenn man auch von den Ärzt/innen so abhängig ist zum Teil). Aber auch die Klinikbedingungen schreien teilweise zum Himmel. Zum Beispiel gibt es in der besagten Klinik in der Münchner Innenstadt (Ziemssenstraße) für über zweihundert Patient/innen (ohne die Tagklinik) nur einen einzigen Psychologen. Traurig, aber wahr. In so mancher Hinsicht ist Deutschland hier Entwicklungsland. Die Initiative Öffentliche Dienste finde ich sehr gut!

Barchien Diana

Wen wundert´s , das kapitalistisches Profitdenken
auch Krankenhäuser erreicht,
Bürger finanzieren die Medikamentenentwicklung
der Pharmaindustie über Steuergelder,
die sie dann nicht erhalten,

Privatisierungen des Länder machen aus Krankenhäuser
Profit Center, mit allen Spielregeln, Personalabau, Alternativmedizin u.ä.

doch, trotz alledem und alledem, haben wir es in der Hand,
bis zur nächsten Wahl,
Gruß
Helmuth

Helmuth Waasem

Höchst interessant, daß ver.di nun der Ansicht ist, daß im Krankenhaussektor "genug gespart" wurde. ver.di selber hat mit dem TVöD und der Unterstützung der Schröder-Politik seit Ende der 90er Jahre zu den schlimmen Verschärfungen im Krankenhaussektor und im öffentlichen Dienst beigetragen. Auch jüngst zeigt sich die Einhweitsgewerklschaft bei den Lokführern recht solidarisch ---Mit den ArbeitGEBERN!!
Die Heuchelei von ver.di stinkt zum Himmel.

Frank Ulrich

Hallo Frank-Ulrich,

unsere Ansicht, dass in Krankenhäusern genug gespart wurde, ist keineswegs
neu. Wir sagen es jetzt in dieser Form. Der TVöD wäre sicher noch besser
geworden, wenn sich die großartige Ärztegewerkschaft unter Führung des
Namensvetters Frank-Ulrich M. daran beteiligt hätte, anstatt ihn nachher
größtenteils zu übernehmen, wenn man mal von den längeren Arbeitszeiten und
höheren Vergütungen absieht. Heuchelei nenne ich, wenn man zu Recht lange
Arbeitszeiten beklagt und dann die 66-Stunden-Woche ermöglicht.
Bei unseren zahlreichen Aktivitäten gegen Schröders Agenda 2010 hat sich die
Ärzteschaft ziemlich bedeckt gehalten. Oder habe ich da was übersehen? Was
kümmert den Schauspieler die Mühsal des Kulissenschiebers? Elitäre
Berufsgewerkschaften wie MB, Cockpit und GDL sind jedenfalls nicht der
richtige Weg zur Sicherung eines solidarischen Gesundheitssystems.

Gerd Dielmann

Gerd Dielmann

Es wird gemeinhin angegeben, Privatisierung fördere die Kundenorientierung. Und das soll dann der Stein der Weisen sein. Aber Kundenorientierung hat auch einen trennenden Aspekt, der gern vergessen wird:

Der Bürger hat Rechte,
der Kunde hat nur Geld.

Der Bürger erhält, worauf er ein Recht hat,
der Kunde erhält nur, wofür er bezahlt.

Ob ein Bürger ein Recht hat, entscheidet sich ohne Ansehen der Person,
der Kunde wird nur danach beurteilt, ob und wieviel er bezahlen kann.

Daher: weniger Orientierung am Kunden,
mehr Orientierung am Bürger.

Und das heißt, im Gesundheitswesen wie anderswo:

Wo es wirklich darauf ankommt, muß Daseinsvorsorge wichtiger sein als Geld zu verdienen.

Herr Buhr aus Hamburg

Ich bin seit 1980 in der Pflege und würde diesen Beruf immer wieder ergreifen, denn das Gefühl einen Patienten nach einer grundpflegerischen Versorgung sauber und zufrieden im Bett liegen zu sehen befriedigt mich immer noch in meinem Beruf als Krankenschwester. Aber diesen Zustand haben wir oft nicht mehr.
Es wird nur noch gehetzt, gerannt und Tätigkeiten können nicht richtig zu Ende geführt werden. Patienten sind (oft mit Recht) unzufrieden !! Immer bekommen Sie zu hören: Ich komme gleich !! Das ist glaube ich der meist benutzte Satz in der Pflege. Aber wie kann ich das sagen, wenn ich genau weiß, daß Fr. Meier auf ihren Verbandswechsel wartet, Hr. Müller ins Bad möchte zum Waschen, Fr. Schmidt ihre Stützstrümpfe anhaben möchte und Fr. Wagner zur Untersuchung gefahren werden muß und außerdem der Op schon 2 mal angerufen hat um den 1. Patienten in den OP zu bringen. Und ich bin ganz allein in meinem Bereich.
Ich frage mich 2 Dinge:

1. Wie lange halten das die Menschen in den Betten aus?
2. Wie lange hält die Pflege das aus ?
3. Wann endlich versteht die Politik und die Direktorien in unseren Krankanhäusern was da abgeht?

Petra

Eine Anregung,
viele Mitarbeiter in der Pflege werden von deutschen Steuergeldern bezahlt (wie auch ich vom LWV). Die Arbeitgeber stöhnen immer über die hohen Personalkosten. Da fast die Hälfte davon die sogenannten Lohnnebenkosten ausmachen, währe dann eine Befreiung oder zumindest eine Senkung der Steuern in diesem Bereich nicht sinnvoll.
Schließlich tragen die Pfleger, Schwestern usw. einen großen Teil zu unserer Gesellschaft bei. Wieso die Steuern bezahlen, welche ich als Lohn wieder bekomme ? Erscheint mir eigentlich nicht sehr sinnvoll, oder sehe ich das zu Kleinbürgerlich ?
Ansonsten könnte die Politik dies mal aufgreifen.
Gibt es so etwas übrigens schon in anderen Ländern ?

Außerdem möchte ich mich Thomas anschließen: NEIN, DANKE, ICH HAB' FREI !
Der simpelste Weg aus dem Überstundenberg. Arbeit ist immer freiwillig, da die Zwangsarbeit in Deutschland verboten ist. !!!
Gruß Axel

Axel

Mehr öffentliche Mittel sind längst dringend nötig - aber die Aussage "Genug gespart" ist irreführend: Bei all diesen Sachen wurde nicht "gespart", es wurde und wird mit voller Absicht *umverteilt* zu Lasten der schwächeren Einkommen zu Gunsten von Konzernen - sollte man ruhig direkter feststellen.

Franz Iberl

Ich habe einmal den Beruf des Krankenpflegers gelernt. Ich habe damals schon gemerkt wie politische Intsrumentarien Stellenabau und
Streicheungen vollzogen. Zum Nachteil der Patienten und des Pflegepersonals. Dann kommt auch noch der eigene Tarifvertrag für Ärzte, Prima macht den Keil noch größer. Wo soll denn das alles noch hinführen ?

Der Nachdenker

Stell Dir vor -ein gesünderes Deutschland- mit mehr gesunden Patienten-mit Positivlisten bei Medikamenten- mit mehr Präventionsgedanken- mit wirklicher langfristiger Heilung als Ziel-
Es ist mehr als genug Geld da, in Deutschland- ein neuer Ansatz frei von Dioktrien, Wirtschaftsverbänden und Lobbyisten
Da kommt Freude auf und Spaß am Gesundsein---es ist höchste Zeit für ein Um-denken, die Große Energie die uns in Form des höchsten Pro Kopf Mitteln im Gesundheitswesen der Welt zur
Verfügung steht, endlich vernünftig zu nutzen. Dieser Mehrwert
kommt uns allen zu gute. Gesundheit für alle, auch durch Spaß
in einem parientenorientierten neuen Gesundheitssystem, das
haben alle verdient egal ob Krankenschwester , Putzfrau, Handwerker oder Arzt. Sicherlich wird dies auch zu Stellenstreichungen führen, aber Pharmavertreter, die unserem System mit gefährlichen Scheininnovationen mit massiven Nebenwirkungen brauchen wir genau so wenig, wie aktienorientierte Krankenhausketten.
Es lohnt sich ja gar nicht mehr sich mit so einem verkorksten Sytem auseinanderzusetzen.
In Zukunft werden wir ggf. auch von außen gezwungen völlig neue Wege zu gehen, diese Wege können für alle Akteure ein voller Erfolg werden, die Grundrichtung eines gesünderen Deutschland auch in unseren Köpfen, wird vieles verändern und ein mündiger Patient wird immer genauer hinsehen, wer es ehrlich meint.

Andreas Joisten

Guten Abend, ich komme selber aus dem Gesundheitswesen meine Meinung nach müssten man die Poltiker AOK versichern damit die mal sehen was ihn "normalen" Krankenhäuser so los ist damit sie reagieren können und am eigenen Laib erkennen das unser Gesundheitswesen total veraltet ist. Man gab den Ärzten mehr Lohn und kürzt das jetzt bei den Schwestern und Pflegern, wobei die Krankenschwester die Patienten besser kennt als jeder Stationsarzt. Wenn das so weiter geht in Deutschland sind wir zumindest aus Medizinischer Sicht am Ende. Immer mehr Schwester und Ärzte leiden schon jetzt an den Folgen des extremen Sparkurs der Krankenkassen, sie sind ausgepowert und Motivationslos. Aber in Deutschland schaut man so lange weg wie noch alles in Ordnung, aber ich denke es wird bald einen grossen Knall geben, und die Politiker werden sich umschauen.

Sebastian Garus

Hallo Sebastian, "dein Wort in Gottes Ohr". Ich warte schon lange auf den großen Knall; auch in anderen Bereichen in denen es nicht stimmt. Die Politik hat in den letzten Jahren so ziemlich am Volk vorbei entschieden. Ich sehe da auch keine Unterschiede, welche der Volksparteien gerade das Zepter in der Hand hatte.
Das schlimmste ist meiner Meinung nach alles, was bzgl. der EU entschieden wurde. Man will uns verkaufen, dass alles zu unserem, dem Volkes, Wohl entschieden wurde. Tatsache ist, dass reines Profitdenken (Absatzmärkte) und andere Pressionen (Wirtschaft) für die Entscheidungen ausschlaggebend waren.Wir werden gerade überlaufen von so genannten "Pflegekräften" aus den neuen EU-Ländern. Zur Zeit noch illegal, jedoch bald legal; zur Zeit noch getarnt als Putzfrau oder Haushaltshilfe, tatsächlich jedoch eine 24 h Pflegekraft ohne ausreichende Pausen. Das Szenario, welches sich darstellt, wenn die Freizügigkeit auch die Arbeitsaufnahme ausgedehnt wirde, will ich mir gar nicht vorstellen. Nicht nur, dass die Reputation des gesamten Berufsstandes der Krankenpflege darunter leidet, sondern, was noch schlimmer ist, es werden so viele Arbeitssuchende und Arbeitswillige für diesen Beruf auf dem Markt sein, dass die Entscheidungsträger lachen, wenn einige Wenige eine adäquate Bezahlung oder gar menschenwürdige Arbeitsverhältnisse verlangen.

angela

Hallo ich arbeite in einem Pflegeheim was da ab geht ist nicht mehr schön.Die Bewoner kommen doch auch immer zu kurz da wird doch alles nur gestrichen.Aber das ist ja auch kein Wunder unsere Politiker sind ja gesund ebenso ihre Angehöriegen,aber wäre das nicht so,würde für Menschen mit einer Behinderung das Leben bestimmt leichter.
In der heutigen Geselschaft ist mann doch ein Nichts wenn man nicht gesund ist und hundert Prozent bringt-wie traurig das doch ist.
Wenn man bedenkt wie schnell es einen selber treffen kann,ein kleiner Unfall und schon ist es vorbei.
Und dann.....
Denkt einer unserer Politiker auch mal daran,Nein ihnen geht es ja gut.
und wenn sie mal krank sind ab in eine Privatklinik und schon wird das wieder.
Ja AOK versichert nur für ein Jahr müsste jeder Politiker mal sein die würden schon sehen wie schön das ist.
Aber was nützt das ganze schreiben,dennen geht doch alles am Ar.....vorbei,die lesen das doch eh nicht.
Hauptsache ihr Geldbeutel ist immer schön Voll,nur das zählt in diesem Land,der keine Mann ist doch nur ein notwendiges ÜBEL.
Gruß Andrea

Andrea S.

Hallo Andrea, kann mir deine Situation im Haim gut vorstellen.
Kopf hoch und kämpfen. Gerade jetzt ist es wichtig Flagge zu zeigen. Die Pflegenden und die alten zusammen sollten mehr in der Öffentlichkeit damit auftreten.
Gerade bei den einsparungen in den letzten Jahren, war es doch immer so, das die Pflegenden sich kaum gewehrt haben. Einzig als es bei dem DRK und den krankenhäusern ans Geld ging, da haben sich die Mitarbeiter aufgerafft. Sich mnit der Gewerkschaft zusammen organisieren und dann aber auch mal den hintern hoch bekommen und auf die Straße gehen, das ist das was die Arbeitgeber beeindrucken würde. Aber die gehen immer davon aus, das "Wir" zu sozial für solche Aktionen sind!

uwe.sch.

Das Pflegepersonal in allen bereichen unserer Klinik wird regelrecht verheitzt.
Wir müssen Jahr für Jahr immer mehr Patienten behandeln um das gleiche Geld wie in den Jahren zuvor zu erwirtschaften und das ohne eine reale Lohnerhöhung in den letzten Jahren!
Uns wird gesagt, das bei den Sachkosten kaum noch etwas einzusparen sei, also tragen wir wohl jede Erhöhung der Personalkosten selbst indem Stellen abgebaut oder durch gering qualifiziertes ( billiges ) Personal ersetzt werden!
Wenn den Kliniken nicht mehr Geld für eine ordentliche Behandlungs- und Pflegepolitik zur Verfügung gestellt wird, ist diese Kiste in wenigen Jahren völlig an die Wand gefahren!!
Aber auf qualifizierte und hochwertige Pflege und Medizin sind wir immer angewiesen!

Joachim

Wer öffentliche Dienstleistungen will, der muß die Dienstleistenden auch gerecht entlohnen. Ich arbeite seit 30 Jahren in der Psychiatrie, ich leiste Wechselschicht zu unregelmäßigen Dienstzeiten, arbeite nachts, wochenends und feiertags. Personalstellen wurden um 25% gekürzt, frei werdende Stellen werden übers Jahr nicht besetzt, der "Erfüllungsgrad" der Personalverordnung liegt bei 70%, die Patientenbelegung bei 125%. Dafür erhalte ich 1500,- € netto, Zuschläge werden gekürzt oder nicht vollständig ausbezahlt, man werde ja "leistungsgerecht" bezahlt. Arbeitnehmer erscheinen nur noch als lästige Kostenfaktoren, am Liebsten möchte man das Pflegepersonal outsourcen und durch Billiglohnkräfte ersetzen (von wegen Qualität in der Pflege). In anderen Dienstleitungsbereichen, Müllabfuhr, Versorgung etwa ist es nicht besser. Ich erinnere mich immer mehr an den Deutschunterricht und die Geschichte des Michael Kohlhaas in seinem Kampf gegen Junker Jörg. Man verliert die Geduld. Das Land hat sich aus seiner Treue- und Rechtspflicht gegenüber seinen Bediensteten verabschiedet. Man kann die öffentlichen Dienste auch zu Tode sparen, dafür steigen Unternehmensgewinne und entsprechende Gehälter in zweistelligen und mehr Prozentsummen.

Hans - Georg Kling

Nehmen wir nicht alles so hin wie es kommt und wie die Politik es uns aufdrücken will.
Durch die gesamte Situation ist auch die Ausbildung in der Krankenpflege gefährdet, denn wo sollen wir uns die Zeit nehmen um eine strukturierte, praktische Unterweisung und Anleitung, wie es der Gesetzesgeber vorschreibt, durchzuführen?
Daher wird die Ausbildung auf ein niedriges Niveau abfallen.
Also Leute, wir müssen auf die Straßen gehen und das Volk wach rütteln.
Eine Streikwelle sollen die Gewerkschaften organisieren, oder sind wir
alle so gesättigt, dass es uns egal sein kann?

Linus S.

Die Schere zwischen dem, was gewünscht und erforderlich und dem, was mit begrenzten Ressourcen geleistet werden kann, klafft immer weiter auseinander.
In vielen Ländern werden einige medizinische Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr durchgeführt, weil hier die Kosten Nutzungswaage in das Negative zum Ungunsten der Nutzung sich ausrichtet.
Die Diskussion, die in letzter Zeit aufgekommen ist und geführt wird, bezüglich der Übernahme ärztlicher Tätigkeiten durch das Pflegepersonal, um das ärztliche Personal zu entlasten, ist in diesem Zusammenhang nur noch mit Ironie und Zynismus ertragen.
Wir können die Diskussion erst führen, wenn im Pflegesektor ausreichend Stellen geschaffen werden und eine ganz neue Struktur der Arbeitsbedingungen eingeführt wird.
In keiner anderen Berufsgruppe haben die Ausfallszeiten durch Erkrankungen so stark zugenommen wie die in unserer Gruppe.
Ein großer Anteil der Erkrankungen haben ihre Ursachen in der Überlastung, was wiederum ein Hinweis auf schlechte und unzureichende Arbeitsbedingungen sind.
Die zu missbilligenden Zustände sind allen Verantwortlichen hinreichend bekannt, auch den Gewerkschaften und den vielen Sozial und Berufsverbänden.
Ich erwarte von den Verbänden und Gewerkschaften einen bundesweiten Streikaufruf aller Pflegekräfte ( wie die Montagsdemonstrationen).
Diese gewollte Politik ist kontraproduktiv, Arbeitnehmer- und patientenfeindlich sowie inhuman ausgerichtet.
Teil 4

Linus S.

Diese Studien sind allen Verantwortlichen bekannt auch den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses des Bundestages. Die Bundesregierung nimmt wissentlich in Kauf, dass hier eine gewollte Mangelversorgung der Bevölkerung aufgebaut wird und sie billigen die dramatische Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Krankenpflegesektor. In den letzten zehn Jahren wurden +19,5 Prozent Krankenhausärzte eingestellt und 5 Prozent mehr Patienten durch 14 Prozent weniger Pflegefachkräfte versorgt. Die Arbeitsbelastung ist für alle Beschäftigten im Krankenhaus drastisch gestiegen. Daher kann es nicht sein, dass bei der einen Berufsgruppe massiv, bis zu einer hauch dünnen Personaldecke, eingespart und abgebaut wird, um die andere Berufsgruppe besser zu vergüten und personell auszustatten.
Hiermit wird auch ein Keil zwischen den pflegerischen und ärztlichen Dienst getrieben.
Die Umsetzung der EU Arbeitsrichtlinien gilt auch für den pflegerischen Bereich im Krankenhaus.
Wir kommen nicht umhin, Rationierungsmaßnahmen bei der Versorgung von Patienten vorzunehmen wie z.B. nur noch notdürftige Körperpflege durchzuführen, Verminderung der Mobilisationsmaßnahmen, der Inhalationen sowie der Pneumonie und Thromboseprophylaxen.
Da wir einen steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen haben, aber wir an den Grenzen der Finanzierbarkeit angekommen sind, werden wir um eine klare Entscheidung von Rationierungsmaßnahmen im gesamten medizinischen Bereich nicht herum kommen können.
Teil 3

Linus S.

Mit Leistungen von Überstunden schaden wir uns nur selbst ( gesundheitlich und sozial ) und unterstützen die gewollte Politik und Fehlentscheidungen sowie die Misswirtschaft der Krankenhausleitungen und aller Verantwortlichen der öffentlichen Entscheider. Daher dürfen wir keine Überstunden mehr ausführen 1 Der deutsche Pflegerat spricht heute schon, dass in der nächsten Zeit weitere 30000 Pflegestellen wegzubrechen drohen und zwar durch gezieltes Kaputtsparen auf den Rücken von Patienten und Pflegekräften. Bundesweit haben sich die Arbeitsbedingungen drastisch verschlechtert. Damit einher geht eine zunehmende Gefährdung der Patientenversorgung. Zeitweise und auch punktuell kann keine ausreichende pflegerische Versorgung gewährleistet werden. Wir sind an einem Punkt angekommen, an den wir auch den Bereich einer gefährlichen Pflege begehen. Wir erleben einen erheblichen Einbruch der pflegerischen Qualität. Es gibt zunehmende Beschwerden von Patienten und Angehörigen, die wir Pflegekräfte auszutragen haben. Aber diesen Ball müssen wir stets an die Krankenhausleitungen weitergeben, denn wir sind nicht die Verursacher dieser Missstände. Es gibt genügend Studien, die die Zusammenhänge von Personalkapazität und Qualität der pflegerischen Versorgung bzw. Patientensicherheit untersucht haben ( weniger Personal hat Auswirkungen auf die Erhöhte Komplikationsrate und einer erhöhten Sterblichkeitsrate ). Teil 2

Linus S.

Wir haben einen Pflegenotstand, den die Regierung der BRD bewusst gewollt hat. Dieser Notstand ist noch ausgeprägter als der den wir in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gehabt haben. Damals haben wir gestreikt und haben erreichen können, dass die PPR eingeführt und umgesetzt wurde. Hierdurch wurden 20000 25000 neue Planstellen in der Krankenhauspflege geschaffen. Das, was wir durch den Streik erreicht haben, wurde seit 1995 durch die Einführung des Gesundheitsstrukturgesetzes, der Abschaffung der PPR und der Implementierung der G DRG abgebaut und noch 25000 Stellen mehr 50000 Stellen in der Krankenhauspflege, andere Organisationen wie z. B. die Caritasverbände Niedersachsen und Nordrhein Westfalen sprechen sogar von 82000 Stellen . Im Gegenzug wurden zirka 18000 Stellen im ärztlichen Sektor geschaffen ( Umsetzung der EU Arbeitsrichtlinien ). Wir Pflegekräfte sind einer stark zunehmenden Arbeitsverdichtung durch Erhöhung der Fallzahlen, bei kürzerer Verweildauer und zunehmenden Altersdurchschnitt der Patienten, ausgesetzt, wodurch wir hart an die Grenzen unserer Belastbarkeit genötigt werden. Die Überstunden, die geleistet werden nehmen stetig zu, aber dies kann keine Lösung zum Ausgleich fehlender oder abgebauter Pflegestellen sein. Teil 1

Linus S.

Uns allen - Pflegenden und Patienten/Angehörigen - ist sehr bewusst, dass im Bereich der Pflege so ziemlich alles im Argen liegt was dort liegen kann. Auch reden und diskutieren wir immer öfter darüber. Nur was ändert sich dadurch??? Wir müssen endlich effektive Massnahmen ergreifen um zu Veränderungen zu kommen, die für beide Gruppen Nutzen bringen! Nur welche? Ich werde immer ratloser und ängstlicher wenn ich an die Zukunft der öffentlichen Daseinsvorsorge denke und frage mich was das alles noch mit sozialer Marktwirtschaft zu tun hat!
Ich arbeite nicht selbst in der Pflege, habe aber als Angehörige schon mehr als genug Einblick in die Zustände dort erlangen müssen - und dies veranlasst mich dazu, sämtliche Aktionen für Verbesserungen in diesem Sektor zu unterstützen!

Diana H.

Hallo Linus,
Du hast in vielen Sachen einfach recht. Ich frage mich wie lange es noch dauert das sich Pflegekräfte all diese Sachen gefallen lassen. Selbstwert stärken ist angesagt, in der Pflege. Und auch der Selbstwert jeder
Pflegekraft kann im täglichen viel beweisen. Und auch öfters mal das Nein, kann viel retten, denn der Selbstwert steht über dem Helfersyndrom. Und glücklich Pflegende schaffen auch glückliche Patienten. Das geht nur mit Einhaltung von Gesetzen und einem fairen Bewußtsein aller Verantwortlichen in den leitenden Pflegeberufen. Freude unter fairen Bedingungen und gerechte Entlohnung sollte uns unser aller Gesundheit Wert sein Mit denn Mitteln unseres Gesundheitswesen sofort möglich. Ich glaube fest daran das dies bald für alle soweit ist.

Andreas Joisten

Aus sicht eines Patienten: Die Wartezeiten werden sich in Zukunft verlängern von 2 - 5 stunden. Die Pflegerische Betreuung in den Krankenhäusern wird sich weiterhin verschlechtern, kommen die Angehörigen bald zum essen verabreichen und zum waschen zu Ihren Angehörigen.? Aus sicht der Pflegekräfte: Beispiel, 25 Bettenstation--> Frühdienst 2 Schwestern, Spätdienst 2 Schwestern, Nachtdienst 1 Schwester Istzustand. Früher: waren es im FD 4 Schwestern, SD 2 - 3 Schwestern, ND 2 Schwestern + Hilfspersonal. Waren das schöne Zeiten für Patienten und Pflegepersonal. Kein Stress, keine Hektik.
Liebe Arbeitgeber Bitte stellt mehr Personal ein!!! Sie müssen an die Menschenbedürfnisse denken. Und an das Pflegepersonal: wäre es nicht mal wieder Zeit zum streiken, für mehr Gehalt und mehr Personal auf den Stationen? Dazu würde schon eine Stunde ausreichen, und es läuft nichts mehr.

Anonym

Uniklinik Marburg/Giessen für einen Spottpreis verkauft an Rhönkliniken. 90% der Verkaufssumme wurden von Hessen in einen Fonds angelegt, damit Defizite der Rhönkliniken aufgefangen werden können und die Dividenden dieser AG stabil bleiben!
Die "großen Vier", die alles aufkaufen, haben schon mal ausgerechnet, wieviel Personal man noch einsparen kann, bis nix mehr geht. Ein paar Milliarden sind noch drin, und die will man haben. Logisch.
Unsere Politiker machen mit. Ich vermute dahinter stehen:
Dummheit - Ignoranz - Bestechung - Machterhalt
Wir sind moderne Sklaven. Und meine Redefreiheit endet an meinem Arbeitsplatz.

Christa W.

Hallo Christa,
ich verfolge diese Seite nun schon eine Zeit lang. Interessant fand ich, dass Du von "Redefreiheit" gesprochen hast. Daher bin ich gespannt, ob dieser Beitrag veröffentlich wird. Als Grund der derzeitigen Personalpolitik wird allerorts das magere Budget der Krankenkassen angegeben. Dass die Pharmaindustrie in Deutschland besonders viel verdient, auf Grund (absichtliche) fehlender gesetzlicher Schranken, dürfte mittlerweile bekannt sein. Aber dass Millionen Euro ausgegeben werden für Patienten, die in der BRD nicht krankenversichert sind, auf Grund betrügerisch erlangter Leistungen; davon ist nichts zu hören. Die Versichertenkarten werden lustig weiter gegeben. Zähne werden saniert, Operationen finanziert, ohne dass jemand nachfragt, ob der Patient tatsächlich der ist, auf den die Karte ausgestellt ist. Dem Arzt ist es egal, hauptsache der Rubel rollt. Wir bekommen es zu spüren indem wir bei fast allen Behandlungen massiv zuzahlen müssen und die Pflege in den Krankenhäusern ihren Namen nicht mehr verdient. Hier einen Riegel vorzuschieben ist offensichtlich nicht gewollt. Es wird nicht einmal thematisiert, dass hier Millionen versickern; und wenn sich jemand doch traut wird er in eine Ecke geschoben, in die er gar nicht hin will.

margit

Ich arbeite in der ambulanten Altenpflege als Pflegehelferin. Im Wechsel mit den Kolleginen haben wir zwischen 5 und 7 Nächte (am Wochenende auch am Tag) Rufbereitschaft. Ich möchte dies eigentlich nicht machen, weil ich keine qualifizierte Fachkraft bin. Aber laut Chef muß ich es doch. In diesen Nächten schlafe ich sehr unruhig, habe natürlich Angst daß ich zu einem Notfall gerufen werde. Ich bin dann ja alleine auf mich gestellt und trage die Verantwortung für mein handeln. Und bezahlt wird das Ganze natürlich schlecht. Wenn man nicht rausgerufen wird, darf man sich 1 Std. schreiben. Und das oft für 24 Std. Rufbereitschaft. Zeit, in der man sich nichts vornehmen kann, immer erreichbar und verfügbar sein muß. Und diese 1 Std. wird dann noch versteuert.
Gerade Berufe mit großer Verantwortung, Wochenend und Feiertagsschichten sollten entsprechend bezahlt werden. Ich bin sicher, für unseren Lohn würde sich kein Politiker die Hände schmutzig machen. Ach wie gern würd ich mal so manchen Politiker pflegen.

Monika

Klinikalltag: es passieren pflegerische Mißgeschicke, Blutdruck nicht gemessen, Infusionen nicht angehängt, mangelnde Dokumentation.
Leitungsalltag: dem Mitarbeiter sagen, er ist inkompetent, weil er alleine eine Aufgabe nicht gemeistert hat. Nach dem Motto "wenn keiner was sagt, gibt es auch keine Probleme". Es ist immer noch leichter, schlecht über Kolleginnen zu reden, als sich auf die Straße zu stellen und zu schreien "wir sind alle nicht inkompetent, sondern nur am Ende der guten Qualität unserer Arbeit".

Karin

Alltag in einer Uniklinik in >>>West-Deutschland:
Minimalversorgung als Maximalversorger!

Personal wird nicht ersetzt, was ausfällt und immer mehr schwerstkranke werden vernachlässigt. Auf Intensivstation 2 Personen im Dienst für 7 beatmete Patienten nach schweren OP´s. Pflegedienstleitung guckt einfach weg, versucht noch langjährige Kollegen die die Mißstände anprangern kalt zu stellen. Man wird der mangelnden Belastbarkeit bezichtigt. Billige taschenspielertricks und Dienstvepflichtungen von Kollegen. Viele Kollegen werden krank. Wir fordern die Politik, Pharmaunternehmer und andere schwarze Löcher auf die permanente Unterfinanzierung auf Kosten von Patienten und Personal einzustellen und endlich aus den 160 Milliarden Kassenbeiträgen ein vernünftiges Gesundheitssystem zu erschaffen. Mafiöse Strukturen und skandalöser Umgang mit Patienten und Personal sind Vergangenheit, Gesundheit braucht gesunde Systeme.

Friedhelm

Was mich am meisten brüskiert, ist, daß die Verantwortlichen, die sich die Privatisierung auf die Fahnen schreiben, ja nichts zu befürchten haben, da sie häufig Privatpatienten sind. Ich war selber lange bettlägerig auf der Unfallchirurgie. Nach einer gewissen Zeit kennt man die Zeitabläufe des Personals und dessen Sorgen. Da überlegt man sich schon, ob man wirklich jetzt schon auf die Toilette muss oder ob es nicht noch ein Weilchen warten kann. Als Patient hoffe ich, daß den Verantwortlichen bald mal klar wird, daß medizinische Versorgung kein Geschäft, sonder ein grundsätzliches Recht eines jeden ist.

Kristina Schultze-Stau

Kaputtsparen

Wir haben es in Wegberg erlebt, dort hat sich ein Autohausbesitzer und Arzt durch den Klinikeinkauf des St Antoniuskrankenhaus in Wegberg an Menschen vergangen, mit odesfolgenZitronensaft statt Desinfektion, schnell mal den Blindarm zusätzlich entfernen oder die Gallenblase, man kann die Gutachten im Netz finden. Vielen Menschen hat man dort geküngigt die diesen Fusch an der Menschheit nicht mehr tragen wollten. Doch auch die Politik tut sich schwer dort einzugreifen....wie hoch ist die Dunkelziffer in Deutschland. Es ist Zeit mal öffentlich darüber zu reden..............jetzt...

Stephan

Ich habe den Beruf des OP- Pflegers wirklich gern gemacht. Heute nach 17 Jahren blicke ich zurück, und bin sehr traurig, was aus dem einstmals guten (aber teuren) deutschen Gesundheitswesen geworden ist.
Ich erlebe im Kollegenkreis, dass Mitarbeiter über 55 Jahre noch anstrengende Bereitschaftsdienste leisten. Die zum einen in der Klinik absolviert werden müssen, weil im Haus eine Geburtshilfe ist, bei der es oftmals um Sekunden geht, wenn ein Notfall eintritt.
Ich möchte mit 55, 60 oder gar 67 nicht mehr nachts aus dem ohnehin schon leichten Schlaf gerissen werden, und dann zum OP rennen müssen, um Mutter und Kind per Kaiserschnitt zu retten. Ich würde es tun, könnte aber keine Garantie darauf geben, das ich rechtzeitig da wäre, und im entscheidenden Moment funktioniere.
Unsere älteren Kollegen sind dazu gezwungen, weil ihnen sonst ein Hungerlohn an Rente bleibt.
Und das wir tagsüber, wo wir in fensterlosen Räumen auf engstem Raum zusammenarbeiten, und ALLE, (Ärzte wie Pflegekräfte) Verantwortung für die Sicherheit und die Gesundheit der Patienten tragen, durch höhrere Fallzahlen keine Pausen mehr bekommen kann auch nicht die richtige Lösung sein.
Ich verzichte gern mal auf die Pause, wenn es mal darum geht, einen Eingriff abzuschließen, oder einen Notfall zu versorgen, ABER DAS DARF KEINE DAUERLÖSUNG SEIN !!!
Andere Dinge, wie Bestellungen, Kontrollen bleiben unerledigt und schaden damit uns selbst, das wir unsere Sorgfaltspflichten nicht einhalten. und dem Patient

Bertram

Hallo an alle Schreiberlinge, mittlerweile wiederholt sich das Gejammere. Ich vermisse bei den Beiträgen die Ursachenforschung oder zumindest Ursachenvermutungen. Unsere Gesundheitspolitik war schon immer teuer, aber die die Beste die ich kenne. Warum funktioniert sie nicht mehr??? Liegt es an der Überalterung?? Liegt es daran, dass das Management zuviel verdient?? Liegt es daran, dass die Verwaltung aufgeblasen wird?? Liegt es daran, dass das soziale System ausgenützt wird von Leuten, die keinen Anspruch darauf haben?? Liegt es daran, dass einige Wenige daran sehr gut verdienen?? ICH WEIß ES NICHT!! Was ich weiß, ist, dass es nicht an zuviel Kindern liegt, wie man auch schon versucht hat uns zu erzählen und vor allen Dingen, dass es nicht an den Krankenpflegern/Krankenschwester liegt!!!!!. Diskutiert doch mal darüber, anstatt Euch immer nur zu bedauern!! Und dann......Macht was. Ich warte auf die empörte Masse, die auf die Straße geht und auch mal die Dinge beim Namen nennt, auch wenn es nicht Political correct ist. Aber ich glaube, jammern ist einfacher und ungefährlicher?!

Margit

@Margit,
ist das JAMMERN doch zurecht !!!
Es ist "sehr" schlimm wenn Menschen die in einer Med. Notlage sind nicht Fachtgerecht geholfen werden kann.
-kostet es ggf. Menschenleben

Christine Licht

Ich kann den vorhergehenden Beiträgen nur beipflichten. Meine Schwester arbeitet in einem Krankenhaus, in dem schon lange Personal eingespart wird. Die Folge: Die Kranken bekommen keine optimale Pflege mehr, das Personal ist überlastet. Das Klima schlecht.
Alles Kostensparmaßnahmen.
Unsere Mutter war vor zwei Jahren selbst ein Schwerstpflegefall. Wir haben so gut es ging bei der Essensgabe selbst geholfen, da das Personal nicht viel Zeit hatte. Meine Schwester hatte sich Urlaub genommen und meine Mutter teilweise in ihrer Freizeit selbst gepflegt, was das Personal dankend annahm.
Die Politiker, die das alles ausgeheckt haben, sind bestimmt keine Kassenpatienten.
Das ist nicht das einzigste Krankenhaus, wo so gespart wird, auch die Auszuibildenden bekommen keine Garantie auf Übernahme.
Wo soll das alles hinführen?
Margit zu deinem Beitrag: Das ist kein GEJAMMERE, das sind alles Tatsachen.

Das ist hier ein Forum, wo sich jeder Betroffene nur äußern sollte und kann.

Brigitte Schaaf

http://www.pflege-uns-reichts.de/main.php, ist mal ein wenig faktischer ,belegt aber auch die Veränderung im Gesundheitswesen. Die Forderungen kann man unterstreichen. Margit, du magst ja recht haben , hier zeigt sich das die Pflege sich noch weiter engagieren muß und auch gemeinsam über Verdi und DBFK endlich mal für Ihren Selbstwert eintreten muß. 2006 wurde gestreikt an den Unikliniken und man konnte mal erleben das sich
Pflegepersonal vor die tür stellt und zumindest ein wenig für sich erreichen konnte und auch die Bevölkerung
informieren konnte. Ich denke eine aktive Informationspolitik wird die Bevölkerung sensibillisieren und da das
Ansehen in der Bevölkerung für die Krankenpflege sehr hoch ist muß man da am Ball bleiben. Eine Umversteilung der Gelder muß auch stattfinden, statt fragwürdige High tech Geräte und immer mehr Schein-
innovationen der Pharmabranche , muß eine vernünftige Pflege möglich sein..
Eine Krankenschwester muß auch vernünftig leben können von ihrem Geld, 1500 Euro netto bei 3 Schicht Belastung, entspricht keinesfalls ihrem Selbstwert. Margit, da gebe ich dir recht, ich kann das Gejammere von Krankenhausträgern nicht mehr hören, die fast ausschließlich auf Kosten der Pflege sparen. Gesundheitist ein Grundrecht der Unversehrtheit und dafür setzen wir uns jetzt zusammen ein.

Andreas Joisten

Teil 1 Heute schreibe ich aus dem Bauch heraus, das nächste mal werde ich mich auf Fakten konzentrieren.
Armes Deutschland, hat kein Geld für alles was in den humanitären Bereich fällt. Der Dienst am Menschen ist nichts mehr wert in diesem Land. Viel wichtiger ist es doch Politikern Denkmäler zu setzen (Transrapid). Da ist doch das Geld gut angelegt, oder? Der Preis diktiert den Markt, das ist unsere Devise. Sozialmarktwirtschaftliche Prinzipien zählen nicht mehr. Prinzipien die einst unser Land so stark gemacht haben. Lohndumping und soziale Kälte sind die Folgen einer immer sich stärker ausbreitenden freien Marktwirtschaft. Da hat der Dienst am Menschen keinen Wert mehr, der bringt ja keine Einnahmen. Ausgenutzt werden diejenigen, die ihren Beruf noch als Erfüllung sehen, keine Lobby haben und nur ihren Mitmenschen helfen wollen. Private Klinikketten, die sich aus dem Tarifvertrag des öffentliche Dienstes verabschiedet haben, kassieren Millionengewinne, Gewinne die wir mit unseren Beiträgen finanzieren. Da blähen Krankenkassen ihre Controllingstäbe immer weiter auf, um den Kliniken weitere Leistungen zu streichen. Dabei bräuchten wir das Personal in den Krankenhäusern und Altenheimen, nicht bei den Krankenkassen. Die Politik zieht mit, will keine Tarifbindungen mehr. Alles privatisieren, rauß aus dem TvöD, dem BAT und dem TvL, alles dem Markt überlassen, diejenigen verdrängen, die noch nach Tarif bezahlen. Selber hat er aber nichts davon, wenn er keine Einnahmen mehr hat aus Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern. Soweit denkt da aber keiner. Die Legislaturperiode dauert ja auch nur 4 Jahre und danach? Na da sehen wir halt mal was passiert, vielleicht können wir uns ja nochmal 4 weitere Jahre von den Großen der Wirtschaft diktieren lassen. Politik ist mittlerweile nur noch eine Angelegenheit wirtschaftlicher Interessen geworden und kann uns "Kleine Pflegende" nicht mehr erreichen. Ihrer unsozialen und ungerechten Linie sind sich unsere Volksvertreter aber meiner Meinung nach voll bewußt, deshalb tendieren sie immer mehr zu einem Überwachungsstaat, nicht nur aus Angst vor Anschlägen durch Ausländer, sondern auch um radikale Protestbewegungen im eigenen Land gleich im Keim ersticken können. In Frankreich hätte diese Politik keine Chance. Warum haben wir in Deutschland nur sowenig Solidarität?

Thomas Hammer

Hallo, ich bin es noch einmal. Ich habe absichtlich etwas provokativ geschrieben, weil ich einfach wach rütteln will. Ich bin seit 1982 in der Pflege. Ich kenne das alles, was hier geschrieben wird. Aber das hat bislang nur geklappt, weil "die da oben" unser Engagement und unsere Liebe zum Beruf ausnützen. Ich habe auch schon mal einen Streik mitgemacht. Am Anfang fanden das alle noch ganz toll. Als die Patienten aber plötzlich ihren Kaffee mittags selber holen mussten (damals war es noch üblich, dass man den Kaffee jedem ans Bett bringt), kamen von dieser Seite schon die ersten Proteste und einige Kolleginnen gerieten bereits ins Schwanken ob des Streiks. Meine Erfahrung ist eben, dass die Öffentlichkeit mit so vielen Informationen vollgepumpt wird. dass es schon ein Streik wie der von den Lokführern sein muss, dass man diese Masse wach rüteln und zu einer Stellungnahme oder zum Nachdenken veranlassen kann.

Margit

Jahrelang wird von den Betroffenen darauf hingewiesen das die Pflege im Krankenhaus und im Altenheim nicht mehr dem Paragraphen 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches entspricht. Kein Politiker hat nach seiner Wahl für die zu Pflegenden und auch nichts für die Pflegekräfte getan. Die Situation ist erschrekend. Keiner dieser gut verdiehnenden Politiker würde für sich so eine Pflege wollen. Die Tarifgestaltung ist wichtig, es kann aber nicht sein das für harte Arbeit am Menschen das Entgelt immer geringer ausfällt.
Der Personalmangel kann nicht einmal die Grundbedürfnisse der Patienten erfüllen, es wäre an der Zeit Personal per Gerichtsurteil einzufordern und auch für eine gerechte Entlohnung zu sorgen.

Anna Lehmeier

Gemeinsam ist man stark , wir haben an unseren kleinen Krankenhaus über 700 Unterschriften gesammelt.
Pflege uns reicht´s ist eine tolle Gelegenheit mal zusammen was zu machen. Man kann auch online unterschreiben und es an alle Freunde verteilen via Mail. Unterschreibt alle und sagt es Euren Freunden, denn zusammen sind wir stark und ich sage Euch vor Eurer Dienststelle laufen alle Euch die türen ein, um zu unterschreiben und die Kampagne zu unterstützen. Aktiv werden , nicht nur meckern. Wir schaffen das !!!
www.pflege-uns-reichts.de

Patrick Schubert

Klar dürfte wirklich sein dass sich die "Dicken" noch mehr in die Taschen füllen und es von den "Kleinen" holen. War schon immer so, wird wohl auch immer so bleiben.
Fragen darf man sich aber als Patient, Verbraucher, Kunde und so weiter, ob dieses Verhalten denn so anders ist als das Eigene - ach so soziale...
Wenn jemand sich Samstagnacht um 3 Uhr in der Ambulanz eines Krankenhauses meldet weil er/sie wegen einer leichten Erkältung Hilfe sucht ... oder jemand im Krankenbett liegt wegen eines Gallensteines und die Vollversorgung einfordert...ist da auch im Kopf was nicht in Ordnung.
Alles das hab ich erlebt wobei es durchaus sein kann das ein solches Verhalten auch in Ordnung sein kann.
Aber ein gesundes Mass an selbstbeobachtung kann man ja doch mal wenigstens Versuchen. - aber wenn es fast jedem aussschliesslich wichtig ist alles billig haben zu wollen - wenn es ok geht Verkäufer am Sonntag oder Samstag bis 22 Uhr arbeiten zu lassen - wenn nur wichtig ist das mein eigener Ar... im trockenen ist... - dann soll es, meiner Anschicht nach, auch ok gehen eine billige Pflege zu bekommen! Mir scheint das die neue Profitgier auch schon den "kleinen Mann" erreicht hat. Das Drama dran ist, dass genug Geld für das Gesundheitswesen da ist, wir bezahlen es ja. Aber dann darf die Leistung, aus solidarität, auch nur angefordert werden wenn man sie auch wirklich braucht, nicht wenn es grad mal schön wär... daran sollte man sicher beim nächsten Arztbesuch auch denken.

Robert

Ich bin Pflegedienstleiter und stehe somit genau zwischen den Fronten. Viele Phantasien über "die da oben" sind naturgemäss vom Ansatz her falsch, weil Mitarbeiter von den komplexen Zusammenhängen und den Sachzwängen im Krankenhaus gar keine Ahnung haben können.
Richtig ist, dass in den vergangenen Jahren massiv und bis zur Schmerzgrenze Stellen abgebaut werden mussten - auch bei uns. Dies passierte aber nicht, um "denen da oben" die Taschen zu füllen, sondern schlicht, weil die Daumenschrauben von der Politik und den Kostenträgern (Krankenkassen) enger und enger geschraubt werden. Praktisch jedes Krankenhaus steht heute finanziell mit dem Rücken zur Wand.
Die Politik, welche sich eigentlich in ihrer ureigensten Aufgabe um das Wohl der ihr anvertrauten Bürger kümmern müsste, entledigt sich zunehmend dieser lästigen Pflichten und entlässt gerade Gesundheit und Pflege in das Haifischbecken des sogenannten "Wettbewerbs", was nichts anderes ist als eine Bankrotterklärung.
Das kann nicht mehr lange gut gehen. Ich fordere hiermit alle Pflegenden auf, sich massiv diesem Zeitgeist zu widersetzen - wenn es denn nicht anders geht, dann auch mit Streik. Wir werden in absehbarer Zeit keinen Pflegenotstand erleben, sondern einen Pflegegau!

Übrigens: Von den aktuellen Tarifverhandlungen werden viele Kolleginnen und Kollegen garnichts haben, weil viele Häuser nicht mehr dem Tarifrecht unterliegen.

Andreas

Wie schon PDL Andreas ausführlich geschrieben hat und haben genau die gleichen, geschilderten Probleme in unseren Verbundkliniken. Auch wir als Personalratsgremium stehen zwischen den Fronten und bekommen Druck von unseren Beschäftigten. Doch in der Zwischenzeit ist es uns langsam gelungen durch gezielte Aufklärungsarbeit die Zusammenhänge sichtbar zu machen. Gezielt haben wir in den letzten Jahre unsere direkten Politiker auf Landes- und Bundesebene angeschrieben und Ihnen versucht klar zu machen, was eigentlich der Budgetdeckel für uns Krankenhäuser bedeutet. Einige Politiker schickten unqualifizierte Briefe an uns zurück, welche wir sogleich über die Betriebsgruppen in den Häusern publik machten.
Dies führte verstärkt dazu, dass mehrere Berufsgruppen mit dem berühmten Helfersyndrom im Blut, jetzt auf einmal für ihre Sache streiken werden. Wir sind uns sehr sicher, dass sich die Kampfbereitschaft auch in diesem Jahr in unseren Häusern steigern läßt.
Wenn schon unsere inkompetenten Politiker meinen sie müssen Wind sähen, sollen sie auch Sturm ernten.
Ein gutes Beispiel war einmal mehr ein Herr Schröder seines Zeichen rechte Hand von Bundesgesundheitsministerin Ulla S. in der Sendung "Hart aber fair!"
Zeigen wir es ihnen einfach, wo der Bartel den Moscht holt!!!

Alexander S.

Hallo zusammen,

Das Streikrecht ist in Deutschland nur auf tarif Forderungen beschränkt. Politische Streiks , auch zu Sachthemen sind nicht möglich ( s. GG ) Wir sollten uns auf die Unterfinanzierung des Gesundheitswesen beschränken. Dafür brauchen wir mutige KD´s etc. die sich mal offen über die finanzielle Problematik Stellung beziehen. Es kann nicht sein das höhere Energiekosten zu Stellenabbau führen. Eine Aktion heute bleibt die Klinik kalt, wäre vielleicht eine schöne Aktion, aber Pflege uns reichts hat schon über 50.000 Unterschriften
zusamnmen und da ist ein guter Hebel.
Andreas auch du als PDL deckts ein krankes System und bist ein Mangelmitverwalter, also
ich könnte das nicht so ...

Andreas Joisten

Hallo Namensvetter (Andreas), ja, ich lebe in einem kranken System, aber ich decke es nicht. Ich bin vor 35 Jahren Krankenpfleger geworden und vor fast 20 Jahren PDL - aber nicht, um ein krankes System zu decken, sondern weil es mein gewünschtes Berufsziel war. Wenn man sich zähneknirschend - und letztendlich aus existeziellen Gründen - gewissen Zwängen beugen muss, dann heisst das noch lange nicht, dass man damit "ein System deckt". Damit machst du es dir sehr einfach. Da wir auch 2 Pflegeheime betreiben, sehe ich die Probleme in der Altenpflege genauso. Die von mir gestartete Initiative "Brennpunkt Altenpflege" gibt darüber Auskunft.
www.brennpunkt-altenpflege.de

Wie ich schon sagte: Nicht jeder, der "oben" steht, ist zwangsläufig ein Täter. Es ist auch mein erlernter Job, der mich nährt, aus dem ich (bis jetzt) nicht flüchte, sondern genau dort etwas bewegen will.

Andreas

Die Illusion der PDL, das Weltverbesserersyndrom, gepaart mit Helfersyndrom, bin ich froh das ich das an den Nagel gehangen hab und mich von den Zwängen befreit habe. Als
BWL´er kann ich nun ehrlich rationalisieren , ohne den Deckel des Verständnisses. Aber es gibt kaum noch was zu rationalisieren, mit Gerechtigkeit hat dieses System nichts zu tun.
Der Verteilerkampf ist mehr auf die starken Lobyisten ausgerichtet, Pharmainustrie, Geräte-
industrie und einem überblähten Verwaltungsapparat mit Trainees und anderen, die das Wort Medizin gerade buchstabieren können. Das muß besser gehen und da sind starke
Gewerkschaften gefordert, würdige "Gegner" gegen die Autoimmunerkrankung die sich Gesundheit nennt....

Paul Schneidewind

oder durch den Verlust des Arbeitsplatzes, wegen Schließung oder Verkauf der Klinik, oder durch den Abschluß von Sanierungstarifverträgen. Also nochmal der Aufruf, wehrt Euch und fangt damit an, indem Ihr vielleicht morgen zum ersten mal laut und deutlich nein sagt und indem Ihr unterschreibt bei www.pflege-uns-reichts.de

Brigitte Morek

Ursächlich Schuld an der wirtschaftlichen Misere der Krankenhäuser ist die Politik, sekundär Schuld ist die Berufsgruppe Pflege selbst. Alle Betroffenen jammern über nicht gehabte Pausen, wer weiß wie viele Überstunden, die man vor sich herschiebt, ewiges Einspringen an eigentlich freien Tagen oder freien Wochenenden, dauernd längeres arbeiten, als im Dienstplan vorgeplant, aber sie lassen es zu!!!! Nur weil das seit Jahrzehnten so gut klappt, sind die Krankenhäuser überhaupt noch funktionsfähig. Es gibt Rechte und Pflichten. Unter anderem ver.di informiert darüber in "Mein Frei gehört mir". Die Motivation, ständig so viel Überarbeit zu leisten, liegt mit Sicherheit nicht an dem "vereinfachten?", "gerechteren?" Tarifvertrag, der zu der ständig zunehmenden Arbeitsverdichtung auch noch für eine schlechtere Bezahlung für alle gesorgt hat. Nein, sie liegt daran, dass diese Menschen nicht in der Lage sind, sich aus der Ethikfalle zu befreien: man kann doch die Patienten und die Kollegen nicht im Stich lassen! Die Pflegenden können das nicht, die Politik kann das! Fangt endlich an nein zu sagen, und zwar alle!!!!!damit die Politik anfangen muß nachzudenken, wenn in der Republik ab dem 20. eines Monats in allen Kliniken kein Personal mehr anzutreffen ist. Egal wie die Tarifrunde ausgeht, die Klinikmitabeiter werden es ausbaden, entweder durch längere Arbeitszeiten und daraus resultierendem weiterem Stellenabbau mit dann noch größerer Arbeitsverdichtung Ende 1.Teil

Brigitte Morek

Das geht aber nicht nur in der Krankenpflege so. Auch in der Altenpflege wird gekürzt udn gestrichen. Da bekommen wir unsere freien Tage gestrichen, müssen auf unsere wenigen freien Wochnenden verzichten und dürfen uns dann noch anhören, dass es einerlie wäre ob unter oder am Wochenende wir frei hätten... Das ist nun mal nicht das gleiche. Ich kann meine Familie und meinen Freund nur am Wochenende sehen und wenn ich unter der Woche frei kriege, sehe ich sie nicht. Weil alle anderen am Wochenende frei haben... Es ist zum ausrasten!
Auch wenn wir Mangel an Personal haben, muss die Qualität der Pflege stimmen, aber das ist kaum zu bewerkstelligen oder so gut wie gar nicht. Und wenn es doch gelingt belibtd er Pfleger auf der Strecke und dann darf man sich nicht wundern wenn es Krankmeldungen regnet. Nach einer Weile geht es einfach nicht mehr und der Körper fordert das, was uns die Arbeitgeber oft verwehren. Entspannung und vorallem Erholung und ein Leben ausserhalb der Arbeit!!!!!

Katharina

@Katharina, 26.02.08
Stimmt, in der Altenpflege ist es genau so schlimm, wenn nicht noch schlimmer als in der Krankenpflege. Aber auch Dir sei gesagt, freie Tage dürfen nicht gestrichen werden, denn der Dienstplan ist verbindlich und Du hast das Recht NEIN zu sagen und die Pflicht, Dir und Deiner Familie gegenüber, dieses auch zu tun, wir sind nämlich weder Sklaven noch unbegrenzt zur Verfügung stehendes Material, über welches man beliebig verfügen kann Weil so selten jemand nein sagt, funktioniert es überhaupt noch. 32.000 finnische Krankenschwestern haben monatelang mit ihren Arbeitgebern über besseren Lohn und bessere Arbeitsbedingungen verhandelt und nichts bewegte sich. Dann haben sie gedroht, an einem bestimmten Tag alle (32.000) zu kündigen, wenn es kein vernünftiges Angebot gibt und 15.000 haben das dann tatsächlich auch getan. Dann kam endlich Bewegung in die Angelegenheit. Kranken- und Altenpflege in Deutschland muß endlich anfangen nein zu sgen, zu den oft unmenschlichen Arbeitsbedingungen und den ewigen Eingriffen in das Privatleben, sonst wird sich nie etwas ändern. Betont sei nochmal, das die Politik an der Budgetierung etwas ändern muß, das heißt, unsere gewählten Volksvertreter müssen endlich aufwachen. Nur sie können an der Misere etwas ändern!!!!!!!!!!

Brigitte Morek

Liebe Brigitte Morek,
leider ist es nicht ganz so einfach. Da die Politik nur einen Stellenschlüssel -also theoretisch vorhandenes Personal ohne Berücksichtigung von Krank, Urlaub und Dienstplanfehlern etc.- vorgibt, werden immer wieder Kollegen einspringen müssen. Man kann vielleicht auf seinem Frei bestehen, lässt aber dann die Kollegen hängen, die noch gesund sind oder sich trotz Krankheit rein schleppen. Hier gehört eine gesetzlich vorgegebene Mindestbesetzung her. Effektiv bedeutet das natürlich mehr Personalbedarf - was sich aber mit einer konstanten Qualität und Belastung der Pflege, weniger ausgepowerten Langzeitkranken für die Gesellschaft rechnen müsste. Jeder in der Pflege tätige weiß, dass sich einzelne Krankenstände schnell zur Teufelsspirale und einer totalen Überforderung mit psychischen und physischen schweren Erkrankungen entwickeln kann.

Jasmin

Leute hört endlich auf, Euch für dumm verkaufen zu lassen. Die Misere in den Krankenhäusern und Pflegeheimen ist ein politisch verursachtes Problem. Seit Jahren schon wird versucht, aus den Gesundheitseinrichtungen den letzten Euro herauszupressen. Gedeckelte Budgets, staatlich verordnete Steigerungsraten, Zwangsabgaben treiben jedes Krankenhaus an den Rand der Zahlungsunfähigkeit - und damit genau in die Arme der Privaten. Die Politik versucht zunehmend, sich ihrer eigentlichen Pflichten (nämlich Gesundheitswesen, Energie, Sicherheit, Öffentlicher Verkehr) zu entledigen, indem wild privatisiert wird. Dabei wird immer erzählt, der so entstandene Wettbewerb führt zu Preissenkungen. Das Gegenteil ist der Fall, das wissen wir inzwischen alle.
Schluss mit der Verdummung. Pflege geht uns alle an. Schluss mit der Privatisierung von Krankenhäusern und Pflegeheimen! Schluss mit der Ausbeutung von Pflegepersonal! Die Politik steht in der Pflicht. Die Gesellschaft steht vor der Spaltung. Höchste Zeit, dass der Hebel umgelegt wird.

Thorsten

Bin selber 8 Jahre in der Altenpflege tätig gewesen,aber nur"als ungelernte Hauswirtschaftskraft" oder eine sogenannte Stationshilfe die ersetzbar ist.

Ich könnte mir eine Zukunft folgendermaßen vorstellen;Zitat:Zippert zappt
Nach drastischen Einschnitten durch die Gesundheitsreform droht den deutschen Krankenhäusern ein "Katastrophenjahr". Es fehlen Zuwendungen in Milliardenhöhe, und das wird dramatische Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben. Operationen können nur in Ausnahmefällen und nur gegen Vorkasse durchgeführt werden. Narkosen sind gegen Aufpreis weiterhin möglich, ansonsten können die Patienten beim Oberarzt ein Beißholz und eine Flasche Doppelkorn erwerben. Für jedes Stockwerk ist eine Krankenschwester zuständig, die zur Behandlung renitenter Patienten mit einem Betäubungsgewehr ausgerüstet wird. Zwölfbettzimmer gelten als Standard, wobei der gesündeste Patient die anderen mit Essen und Medikamenten versorgt. Allerdings sind die Betten selber mitzubringen. Kassenpatienten bekommen einen Strohsack oder eine Luftmatratze zugewiesen. Röntgenbilder müssen extra bezahlt werden, dafür kann sie der Patient aber auch gerahmt und mit der Signatur des Chefarztes erwerben. Von den bisher zugelassenen 6500 Krankheiten werden 95 Prozent ersatzlos gestrichen. Wer krank werden möchte, sollte sich also vorher erkundigen, ob es die gewünschte Krankheit überhaupt noch gibt.

Na dann Gute Nacht Deutschland! - Oder mal sehen ob wir das auch noch ertragen?

Brigitte

Als examinierter Krankenpfleger arbeite ich seit 18 Jahren in der Psychiatrie.
Vor 2 Jahren wurde ich arbeitslos.Trotz intensiver Bemühungen bekam ich keine
feste Anstellung mehr. Mir blieb nur die Zeitarbeit. Nun arbeite ich fast jeden Tag in einem anderen Krankenhaus und auf Abteilungen, wo ich nie Erfahrungen sammeln konnte
(Hämatologie,Chirurgie usw.). Egal, was braucht man Erfahrung.....Pflegequalität?.....da
kann man nur noch Weinen.

Der Pfleger von Heute ist ein Wanderarbeiter, der mies bezahlt, ständig einsatzbereit und flexibel zu sein hat und das bei einem Gehalt, das dazu berechtigt monatlich noch 400 Euro von der ARGE zu beziehen, da man sonst unter dem Soziallimit liegt.

Deutschland ist eine "gesuntheitliche Bananenrepublik" geworden.

Wolf Zerkowski

Vielen Dank für alle Beiträge! Diese Diskussion ist nun geschlossen.

Kaufkraft stärken! Redaktion