Jugendarbeit

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DISKUSSION

Jugendarbeit

In den letzten Jahren wurden über 10.000 Stellen in der Jugendarbeit gestrichen. Ein Viertel der Jugend- und Freizeitangebote sind weggefallen! Was halten Sie davon?
30 Kommentare Kommentar verfassen

Wenn wir uns nicht um die kommende Generation kümmern brauchen wir uns nicht wundern wenn manche Gebieten in Deutschland zu 'No-go-areas' verkommen!

Stephanie Brauner

Und die durch Stellenstreichungen soeben entlassenen Alten- und Krankenpfleger, Psychologen und Pädagogen u.s.w. werden anschließend übers Job-Center von sogenannten "gemeinnützigen GmbHs" zwangsverpflichtet, wo sie dann - zu "Sozialhelfern" degradiert - sich selbst das Wasser abgraben dürfen für 1,00 € oder 1,50 € die Stunde. Während die "wohltätige Gesellschaft" ihre entrechteten Arbeiter ohne tarifliche Mindestleistungen wie Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, etc. nicht nur zu Dumpingpreisen beschäftigen darf, sondern für diese "Leistung" womöglich noch vom Staat mit 500,00 € pro Mensch und Monat belohnt wird. Die öffentliche Diskussion bzw. Propaganda verdreht also den Sachverhalt, wenn es heißt ein Erwerbsloser hätte keine Arbeit und würde nur Steuern kosten. Denn Arbeit hat er genug, nur keinen Erwerb. Den dürfen sich andere einstecken, zusammen mit den Steuergeldern. Getreu dem Motto: "Kosten sozialisieren und Gewinne privatisieren". Bleibt zu wünschen, daß auch die "Oberprivatiseure" möglichst bald merken, daß ohne vernünftige und nachhaltige ökosoziale Reinvestitionen (siehe auch Klimawandel) sie sich den Ast absägen auf dem sie selber sitzen. Vielleicht bewirkt ja diese Kampagne hier so etwas wie einen kleinen Quantensrung im Bewußtsein der Leute.

Bernhard Huwer

Es ist gefährlich für die Zukunft unserer Jugendlichen und natürlich für den Staat selbst, also für uns alle, wenn man das Feld der Jugendarbeit räumt und denen überlässt, die endlich ihre offiziell geächtete Nazi-Propaganda subtil in Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten und Jugendarbeit unkontrolliert verbreiten können. Hatten wir das nicht schon mal? Angesichts von Arbeitplatzknappheit, Dokusoaps und frustrierten Erwachsenen ist der Staat gefordert, den Jugendlichen Angebote und Perspektiven über Video-Spiele hinaus zu bieten. Dies ist nicht nur soziale Verpflichtung sondern auch nüchternes Kalkül - denn Jugend ist Zukunft und in welcher Zukunft wollen wir und unsere Kinder leben? Handeln nach Kassenlage ist nicht nur kurzfristig gedacht sondern auch in höchstem Maße fahrlässig.Und wer denkt, dies sei nur ein Problem der neuen Bundesländer, hat noch nicht begriffen, dass es auf dieser Welt keine Isolation gibt.

Renate Hardt

Ich fiede es wurde in den letzten Jahren Genug gespart!!!!!
Es gibt kaum noch genugend Ausbildungsplätze.
was machen bitte,die die KEINE Ausbildung und KEINEN Job haben??
die dürfen sehen wo sie Bleiben.
Man muss in die Zukunft schauen und da auch investieren sonst wierd aus deutschland nichts mehr !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Saskia Nollenberger

Gerade im Bereich Jugendarbeit sind die Folgen der falschen Sparsamkeit schon heute zu sehen: Viele Jugendzentren geschlossen bzw. mit eingeschränkten Öffnungszeiten und Betreuungsangebot. Damit bleiben Problemjugendliche aus Problemfamilien alleine, gleiten oft in die Kriminalität ab oder sind potentielle Opfer für die rechten Bauernfänger, die in manchen Gegenden eben eine "Jugendbetreuung" in ihrem Sinne anbieten.

Geld, das hier an der Zukunft gespart wurde, ist dann um ein Vielfaches nötig, um die Folgen (Kriminalität, Rechtsradikalismus) zu bereinigen. Das nenne ich Sparsamkeit am falschen Ort.....

Schall, Peter

Berlin hat in den zurückliegenden Jahren einen großen Teil der Mittel für die Kinder- und Jugendhilfe abgebaut. Auf langfristige Folgen wurde dabei leider nicht geachtet.
Natürlich ist es sinnvoll, mit Steuergeldern und anderen Ressourcen sparsam umzugehen - gerade darum müssen die "Risiken und Nebenwirkungen" jeder Einsparung genau bedacht sein.
Wer freilich die Mittel für elementare gesellschaftliche Aufgaben mal eben um ein Drittel kürzt, muss sich nicht wundern, wenn die Folgen schon nach kurzer Zeit viel mehr kosten, als ursprünglich eingespart wurde.

Peter Cersovsky, Geschäftsführer Stützrad e.V.

Investiert wieder in die Jugend !
Schafft Lohn- und Einkommenssteuer ab und besteuert die Produktivität, dann ist auch wieder Geld vorhanden um die entsprechenden sozialen, kreativen (und leider auf den ersten Blick nicht so produktiven) Dienstleistungen zu bezahlen.
Die Folgekosten des aktuellen SPARWAHSINNS sind überhaupt nicht einschätzbar. Man kann hier nur ahnen, was da auf uns zukommt (z.B. in puncto Kriminalität, Armut, Krankheiten (insb. psych. Art), Verbitterung und intellektueller Verkümmerung)
Leerstehende Hotels, fast unbefahrene neu gebaute Straßen und verödete Gewerbeparks helfen uns nicht weiter !
WIR MÜSSEN IN UNSERE ZUKUNFT INVESTIEREN ! Und das sind verdammt nochmal unsere Nachkommen.

Mario Tarun

Gucken wir uns "die Jugend von heute" doch mal morgen an...

Schule? Naja, gestern kam meine Tochter nach 6 Stunden Sport nach Hause. Es war halt kein Lehrer da, der die kranke Kollegin ersetzen konnte. Auch den Sozialarbeiter gibt es an der Schule seit den Sommerferien nicht mehr. Unterricht für Kinder, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen findet nicht statt, ausschlafen ist an diesem Tag angesagt.

Wir verkürzen das Abitur auf's 12. Schuljahr, doch statt die nun "übriggebliebenen Lehrer" ein wenig aufzuteilen, streicht man weiterhin Stellen um wieder auf dieselbe Unterbesetzung wie zuvor zu kommen.

Freizeitmöglichkeiten nach der Schule? Computergames in der Art von World of Warcraft (Nein, ich verteufle dieses Spiel nich, spiele es gar selbst... als Ergänzung zu meinen sondtigen Freizeitaktivitäten, nicht als Ersatz) Fernseh gucken... usw.
Was ist aus den Spielplätzen und -möglichkeiten meiner Kindheit geworden? Weg, futsch (siehe Thema Schwimmbäder), oder zu Treffpunkten von "Gesocks" verkommen. So liegen zum Beispiel auf dem kürzlich mit großem (finanziellen) Aufwand zur Verfügung gestellten Spielplatz in der Nachbarschaft Spritzen, Nadeln, Löffel...

Wie können junge Menschen sich für das Leben qualifizieren, wenn Sie weder die Möglichkeit vernünftiger Bildung, noch des privaten Lernens durch Spielen und erfahren (im Sinne von "Erfahrungen machen") erhalten?

Marcus Bolduan

In Nordrhein-Westfalen hat das Jugendamt die Betreuung der Kinder mittlerweile inklusive der hoheitlichen Aufgaben an freie Träger abgegben. Die Pauschalen, die dabei pro Kind und Jahr gezahlt werden, sind so lächerlich gering, dass ein Sozialkarbeiter eine Unzahl von Kindern "bearbeiten" muss, um allein seine Personalkosten zu erwirtschaften. Da sag noch mal einer, Kinder sind uns wichtig - Im Knast vielleicht als Jugendkriminelle, den die werden ja seit neuestem auch privatwirtschaftlich geführt. Einer verdient eben immer

Peter Klein

Ich kann mich vielen kommentaren nur anschließen. Was zeigt uns den der Fachkräftemangel, die hohe Sockelarbeitslosigkeit, die Abhängigkeit der Bildung davon wieviel Mittel man zur Verfügung hat, die Zuhnahme der rechtsextremen Gewalt usw. Sind nicht schon genug Warnzeichen da? Wann bitte wird endlich reagiert? Wir müssen an die Ursachen und nicht warten bis wir die Symptome bekämpfen "müssen"!!!
Stopp dem Abbau sozialer Ressourcen, Firmen übernehmt soziale Verantwortung, nur so werden wir uns lebenswerte, zukunftsfähige Sozialräume schaffen.

Kalli Vetter

Es ist schlimm!
Nicht nur das öffentliche Jugendzentren geschlossen werden, nein, die Angebote sind auch oft vorsintflutlich. Für Kleine Kinder sind die Angebote zwar gut, doch für Jugendliche gibt es kaum Projekte und Programme. Statt dessen randalieren die Jugendlichen auf öffentlichen Spielplätzen und lassen die Wut an Spielgeräten aus. Oft ist Alkohol im Spiel.
Wo ist betreutes Skateboard fahren, oder organisierte und kostenfreie Futsal oder Basketball Turniere?
Der Sportverein selbst kann es nicht mehr anbieten, es fehlt an Leuten. Trainer sind beruflich so eingebunden, daß diese weder einen Übungsleiterkurs besuchen können, noch die Zeit haben, ein Kinder- und Jugendtraining zu leiten. Es gibt heute kaum mehr Leute, die bereit sind, erstens den Konflikt der Kulturen auszufechten, als auch die Zeit haben, gegen 16 Uhr auf dem Sportplatz zu stehen. Die Folgen sind fatal: Training ist nicht dem Alter und Leistungsstand gerecht, es kommt zur Überforderung und damit dem Spaßverlust. Leistungsgedanken stehen nur zu oft im Vordergrund, auch bei den Eltern. Und es fehlt an Trainern, so daß die Gruppen oft übergroß sind, ja sogar Wartelisten bestehen. Die Folge: Viele Kinder und Jugendliche wissen in der Freitzeit nicht wohin!
Firmen, Staat und Verwaltung scheren sich einen Dreck um die Zukunft, die Kinder und Jugendlichen.

St. Reichel

Wir haben in der Bundesrepublik ein stetig wachsendes Bruttoinlandsprodukt. Seit Jahren wird aber versucht der Öffentlichkeit weisszumachen, dass grundsätzlich immer weniger Geld für soziale Zwecke zur Verfügung stünde. Das stimmt soweit, dass diejenigen, die große Gewinne erwirtschaften, nicht ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen oder zu dieser gezwungen werden.
Stattdessen werden sämtliche Bereiche der öffentlichen Aufgaben zurückgefahren - mit katastrophalen Folgen für unsere Gesellschaft im Allgemeinenund deren Mitglieder im Einzelnen.
Wir sollten uns nicht mehr nach der Decke strecken, sondern selbstbewußt den Bedarf an Aufgaben, die vom Staat für die Gesellschaft geleistet werden müssen, zu ermitteln und dann diejenigen in Ihre Verantwortung zu nehmen, die immer reicher werden.

Oliver Wilkes, unterhaltenswert

Ich bin Rentner und fahre einen Shuttle-Bus der ältere Herrschaften, die nicht mehr zu Fuß zum Supermarkt auf die grüne Wiese kommen, da hinbringe. Ich bringe Sie für eine Supermarkt-Kette (REWE) kostenlos hin.
Es ist schon traurig, was da in den Kleinstädten passiert. Die Zentren werden immer uninteressannter und keiner denkt an das Klientel "alte Menschen". Es wird sich später rächen. Irgend wann stehen die Entscheider selbst vor dem Problem

Jürgen Dohndorf

Querverweis: www.Schule-ist-Heimat.de

Es geht in dieser Website um die Schulen in der Gemeinde 15827 Blankenfelde/Mahlow.
Besonders interessant sind die Beschlüsse und das Gästebuch.

ohne

Es ist wichtig, dass jeder einzelne Bürger Deutschlands aus seinem eigenen Dunstkreis hervortritt u. sich gemeinsam gegen die fortschreitende soziale Ausbeutung oder Verarmung stark macht. Nur gemeinsam können wir dieser enormen wirtschaftspolitischen Macht die Stirn bieten.

Gabi Herges

Es tut immer mehr weh, diesen sozialen Abbau zu verfolgen. Den meisten Menschen geht es noch gut genug um sich zu erheben und Ihre Meinung laut zu sagen, ja zu schreien. Bis es dann irgendwann einen selber betrifft. Es sind immer nur Kleinigkeiten, aber die Summe dieser wird langsam sehr groß. Sparen - und noch mehr RICHTIG WIRTSCHAFTEN - ist sehr wichtig, aber es stimmt was nicht, mit diesem ganzen Konzept. Man verliert langsam den roten Faden aus den Augen (den Menschen) und verfolgt falsche Ziele. Sparen im öffentlichen Dienst als Selbstzweck? Als politische Parolle?
Eine große Kampange des Bundes lautete vor kurzer Zeit, bringt die Jugendliche in die Vereinen. Aber wo sollen diese hin, wenn die Städte immer mehr Hallen schliessen und immer mehr Angebote streichen.
Über 60-70 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren konnten wir in unserem Verein unterbringen und ein Sportangebot unterbreiten, aber... Ja aber... Unsere Stadt hat keine Hallenzeiten mehr zur Verfügung. Die Kinder kommen und nach 2-3 Trainingseinheiten gehen sie wieder weil sich zu viele Kinder in eine kleine Halle turmen.
Man fragt sich dann, warum werden immer mehr Hallen geschlossen, wenn diese voll ausgelastet sind?... "Es ist zu teuer diese zu betreiben zu sanieren und/oder zu modernisieren" heißt oft die Antwort... Aber warum kommen dann Städte und erzählen einem, sie möchten etwas für unsere Kinder und Jugendlichen tun... ist es nicht ein bisschen Paradox???

Paradox

Fehlende Weitsicht!

Die Personaleinsparungen im Bereich der Jugendhilfe sind erschreckend! Ebenso wie im Bereich der gesundheitlichen Prävention oder der Stärkung des Humankapitals wird hier eindeutig am falschen Ende gespart! Alle Welt spricht vom "Demografischen Wandel" und der damit einhergehenden "Überalterung"der Bevölkerung.
Die Jugendlichen heute sollen später unsere Rente, Pflege und Gesundheit bezahlen. Eine zunehmende Zahl an Jugendlichen wird jedoch mittlerweile gar nicht erst in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Wo sollen also künftig die ganzen Sozialbeiträge herkommen? Jugendliche, die keinen Ausbildungplatz finden, müssen zum Teil in privaten Berufsschulen eine Ausbildung absolvieren und diese aus eigener Tasche bezahlen. Soviel Courage ist jedoch von den Wenigsten zu erwarten.
Vor diesem Hintergrund ein "Weniger an Betreuung" aufgrund von Personaleinsparungen ein Schritt in die falsche Richtung.
Ich finde, dass der Leitsatz Ihrer Kampagne "genug gespart" nicht weit genug geht. Meine Meinung nach müsste es heissen: "zuviel gespart!"

Oliver K.

Wir müssen uns nicht wundern, wenn die Jugendkriminalität weiter steigt, Deutschland in der PISA-Studie noch weiter auf die hinteren Plätze gerät. Zum Schuljahresanfang fehlen schon Lehrer - demzufolge Unterrichtsausfall - fehlende Grundkenntnisse an weiter-führenden Schulen/Berufsschulen. Neue Unterrichtssysteme tragen ebenfalls nicht dazu bei, dass unsere Kinder ein hohes Niveau an Wissen aufweisen. Wir sind eine Probiergesell-schaft, koste es was es wolle und wenn das nicht klappt, wird was Neues ausprobiert. In der Freizeit sind sich dann unsere Kinder selbst überlassen, nicht jeder kann kosten-intensive Beschäftigung bezahlen, sie bleiben auf der Strecke. Weshalb bietet man in den Schulen nicht mehr Freizeitangebote an? Dann wären unsere Kinder weg von der Straße und lernen dazu. Sparen ist ja ganz sinnvoll, doch an der Bildung unserer jungen Generation sollte man das nicht tun. Steuergelder werden in großem Stil verschleudert und keiner fühlt sich verantwortlich oder wird verantwortlich gemacht. Wasser predigen und Wein trinken, das geht auf Dauer nicht gut. Unsere Politiker haben den Blick für das Wesentliche verloren, wissen gar nicht, was an der Basis los ist. Auf den nächsten Wahlkampf bin ich schon gespannt, versprochen wurde bisher viel, doch keine Partei ist derzeit in der Lage, Probleme ernsthaft zu lösen, aber dass am Bürger in allen Bereichen gespart wird seit Jahren hingegen gelingt jeder Partei. Da macht sich langsam Wut breit - armes Deutschland!

Schillert, Andrea

Hallo,
Also bei uns in Trier steht in der Zeitung: "Die Jugendeinrichtungen sind sich einig; Kinder und Jugendliche wollen gelenkt werden - sie dürfen es nur nicht merken".
Da widerspreche ich. Kinder und Jugendliche wollen Erfahrungen sammeln. Dazu benötigen sie Freiräume (nicht zu verwechseln mit dem offenen Bereich) die sie selbst gestalten können.
Weiter wird in unserer Großstadt darüber nachgedacht illegale Graffitis sofort zu beseitigen. Dieses Konzept das sich in Koblenz "bewehrt" hat, soll den städtischen Haushalt mit 100000 Euro belasten... Meiner Meinung nach könnte man dieses Geld viel besser in Aktionen einsetzen.
Z.B. eine Skateboardbahn aus Beton würde für eine Großstadt wie Trier 300000 Euro kosten - d.h. nach drei Jahren wäre eine riesige Betonfläche finanziert, die nicht nur sportlich genützt würde, sondern auch mit Graffiti besprüht werden könnte.

Kinder und Jugendliche wissen genau was sie wollen... aber wenn Sie immer nur zu hören bekommen "es ist kein Geld da"; dann soll sich Niemand wundern über Aktionen die sich am Rande "unserer Legalität" definieren.

Es ist ja nicht so, als ob kein Geld ausgegeben würde; aber die Verteilung ist nicht zeitgemäß. Fußballplätze gibt es wie Sand am Meer... und die laufenden Kosten verschiedener Einrichtungen (Theater, Eissporthalle, Hallenbäder) sind die eigentlichen Ursachen dafür das "kein Geld" da ist.

Axel Reichertz
Ehemaliger 1. Vorsitzender vom Jugend- & Kulturzentrum Exzellenzhaus e.V.

Axel Reichertz

"die Jugendlichen sind unsere Zukunft" - wohl wahr - schießen wir uns also nicht ins eigene Knie, wenn wir an der Jugendarbeit sparen ?

Lars Hanken

Wie sagen unsere Oberen so schön: "Bildung ist eine Investition in die Zukunft"...
Wo bitte bleiben die Investitionen bzw. wer leistet sie? Sollte diese Regierung auch nur in Ansätzen bereit sein, in unsere Zukunft zu investieren, so müsste man dies schnell und unmittelbar an einem deutlich herunter gesetzten Klassenteiler in unseren Schulen sehen. Oder an einer hinreichenden Lehrerausstattung: Unser mittlerer Sohn hatte alleine im vergangenen Schulhalbjahr über 60 Stunden Unterrichtsausfall - eine Katastrophe angesichts der zeitlichen Enge des achtjährigen Gymnasiums (G8)! Oder an akzeptabel gereinigten Klassenzimmern. Oder an der Durchführbarkeit eines Studiums in vertretbarer Zeit, d.h. auch für Arbeiterkinder ohne Nebenjobs.
"An ihren TATEN sollt Ihr sie erkennen" ...denn ihre Worte strafen sie Lügen! Der Fokus unserer Bildungspolitiker liegt offenbar darauf, wo immer möglich Bildungsausgaben zu streichen - der internationale Vergleich spricht Bände! Damit wird zwar die Qualität der öffentlichen Schule zum Problemfall, dem werden aber bald schon die kostenpflichtigen Einrichtungen privater Bildungskonzerne abhelfen - eine Milliardenernte wartet! Denn wer will seinem Kind nicht die besten Chancen ermöglichen? Die Wirtschaft freut sich und der Staatshaushalt wird aufpoliert - weshalb also sollte sich die Politik hier anders verhalten als bei allen anderen Privatisierungen? Gute Schulbildung stört hier nur, dieses System funktioniert besser mit "dummen" zahlenden Bürgern!

Georg Barth

Jugendarbeit was ist das?
Seit Jahren wird das wenige Geld immer mehr gekürzt, das für unsere Jugend noch ausgegeben wird. Selbst in den Schulen können keine Lehrer für Ausfallstunden eingestellt werden, so dass mein Sohn in einer Woche, schon 7 Ausfallstunden hatte.
Lehrmittelfreiheit!
Von wegen, es muss immer mehr von den Eltern übernommen werden.
Wo soll das noch hinführen?
Die Zweiklassengesellschaft ist durch diese Art der Politik doch schon vorprogrammiert.
Unsere Herren die die Politik machen haben es ja auch nicht nötig über diese Probleme, die der kleine Mann hat nachzudenken, denn Ihre Kinder sind meistens auf einer Privatschule und sie können es sich auch leisten. Man sitzt ja an der Quelle und kann sich die Diäten eben mal so erhöhen.
Was kann da noch übrigbleiben für unsere Kinder?

Bernd.Krumbiegel

Ich bin in der Freiwilligen Feuerwehr in meinem Heimatort und bin dort als Jugendwart tätig. Ich bin für den Nachwuchs verantwortlich und wir bekommen unser Geld von der Gemeinde. Glücklicherweise hat man bei uns noch nicht gespart. Anders sieht es da im Jugendhaus ein Dorf weiter aus da sieht man die Spuren der Zeit.

Tobias Otto

Die Jugendkriminalität steigt immer weiter an. Warum?

Wir vorhergehenden Schreiber haben die ganze Materie schon angesprochen.
Ich kann mich noch zu gut an die zurückliegende Schulzeit meiner Kinder erinnern.
Ständig hat ein Lehrer für bestimmte Fächer gefehlt. Wir Eltern mussten es selber mit teurer Nachhilfe abdecken. Dann ging die Sucherei um einen Ausbildungsplatz los.
Eine Tochter hat ein FSJ-Jahr gemacht um nur nicht ohne was da zu stehen, also Überbrückung. Endlich hatten wir beide untergebracht, nun gibt es keine Garantie auf Übernahme.
Wieder hoffen auf eine anständige Arbeitsstelle.
Wo sollen sich heute noch die Jugendlichen eine Zukunft aufbauen?
Wundert es einen da noch, wenn viele auf die schiefe Bahn kommen!

Brigitte Schaaf

Das in einem der reichsten Länder der Welt Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer sozialen Herkunft Schwierigkeiten haben an kulturellen und sportlichen Angeboten der Gesellschaft Anteil zu nehmen, nicht die gleichen Bildungschancen wie ihre besser gestellten Altersgenossen haben, ja im schlimmsten Fall gar Hunger leiden, ist ein politischer Skandal. Alle gesellschaftlich relevanten Kräfte in der Bundesrepublik täten gut daran, diesen Zustand schnellstens zu ändern.
Bernhard Schnelle

Gar nichts halte ich davon! - war selbst Jugendarbeiter (bin jetzt knapp 60 Jahre alt) - nur wer soll das bezahlen - woher kommen die Gelder? ich suche die goldenen Brücken für Lösungen - wie geht die Gewerkschaft mit ihrer Jugendarbeit in Wirklichkeit um? - gibt es da Lösungsansätze für die kommunale und verbandliche Jugendarbeit im Land - ich kenne auch da nur Einsparungen! - Jugendarbeit ist SUPER WICHTIG, aber bitte sehr qualifiziert und auf einem zeitgemäßigen Niveau der Qualität!

christel

Ich arbeite erst seit ein paar Monaten als Sozialarbeiterin im Jugendamt und war noch nie in meinem Leben so frustiert. Habe ich doch vier Jahre lang studiert und mit Auszeichnung abgeschlossen, aber am Ende des Monats, nach Abzug meiner Miete, Strom, Telefon etc. bleiben mir ganze 400€ zum Leben. Genauso viel wie im Studium. Die Arbeit im Jugendamt ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten in der Jugendhilfe. Doch man bekommt von keiner Seite irgendwelche Anerkennung. Angeblich tun wir nichts, sehen zu wie Kinder verhungern oder nehmen sie grundlos der Familie weg. Das Kindeswohl ist mit das höchste Gut in der Bundesrepublik und wir sind dafür zuständig es zu wahren. Aber mit Unterbesetzung, Überstunden und einem lächerlichen Gehalt kann diese Aufgabe nicht bewältigt werden. Ich fordere eine höhere Eingruppierung im TvöD. Denn warum wir drei bzw. vier Stufen unter einem Lehrer eingestuft sind, ist mir nicht klar. Fast täglich bekomme ich Anrufe von Lehrern, die mit ihren Schülern nicht weiter wissen, und dass ich doch bitte etwas tun soll. Was rechtfertigt da die tiefere Eingruppierung meinerseits?

Charlotte

Hallo!

Ich gebe meiner Vorrednerrin Charlotte völlig recht! Zu einer relativ niedrigen Einstufung kommt noch, das Nachtstunden erst ab 21.00 Uhr (statt 20.00 UHr) gezahlt werden. Das bedeutet z.B. in meinem Fall 1 - 2 Tage im Jahr Urlaubskürzung (dafür gab es nämlich Sonderurlaub ab 110 bzw. 220 Nachtstunden im Jahr WEG!!!!).

Gleichzeitig fordert Politik und Presse: Aufsuchende Arbeit/Abend und Nachtöffnungen in Jugenzentren als Regelarbeit und Selbstverständlich sollen wir Sozialarbeiter "mal Eben" alle Schwierigen Probleme wie Alkoholmißbrauch, Vernachlässigung, Gewalt in der Familie, Sexueller mißbruach etc. lösen! Wir sollen dafür sorgen das Jugendliche tolle Bewerbungen schreiben, einen Job bekommen und Sie natürlich bedarfsorientiert beteiligen und für eine angenehme Freizeitgestaltung sorgen! Alles OK!

Warum wir (FH oder UNI Studium) so viel weniger verdienen als Lehrer ist mir auch Rätselhaft! Außerdem kommt ja noch hinzu, da wir zurzeit viele Aufgaben mit tragen, die eigentlich die Schule mit bewältigen müßte z. B. OGS im Nachmittagsberech incl. Hausaufgabenbereich/Suchtprävention/Versorgung mit Mahlzeiten und Ersatzaufgaben von Eltern wie trösten, loben, emotionale Zuwendung, etc. , etc.. Das wir auch noch 4 - 5 Wochen weniger Urlaub haben als Lehrer erwähne ich hier mal nur nebenbei un führe das auch nicht länger aus weil die auch gute und durchaus schwierige Arbeit machen.

Also Fazit!!!! Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber ist eine Beleidigung!!!!

Klaus

hallo liebe kolleginen und kollegen,
mehrfach ist mir beim lesen eurer kommentare aufgefallen das ihr euch gedanken zur finanzierbarkeit gemacht habt! schön! nur ist es aufgabe der arbeitgeber (kommunen) und nicht die der arbeitnehmer sich hierrüber gedanken zu machen!
denn sonst wären die kommunen betriebe in eigenverwaltung (machbar? sind sie das denn nicht??)! aber ich schweife ab. zur finanzierbarkeit.
1) mit einführung eines mindestlohnes würden die einnahmen der kommunen aus der lohnsteuer steigen.
2) steuergerechtigkeit schaffen, also einkommensteuererklärungen auf richtigkeit der gemachten angaben prüfen etc... querverweis ->http://wipo.verdi.de/presse und http://wipo.verdi.de/presse/data/steuerfahndung.pdf
3) haben die kommunen im vergangenen jahr einen haushaltsüberschuss von 6,4 Milliarden Euro "erwirtschaftet". eine großteil davon, durch unseren einkommensverzicht, also auf unsere kosten!

wo also liegt das problem?

rainer

Ich bin auch seit wenigen Monaten "frische" Sozialpädagogin. Dass man in dem Beruf nicht viel verdient, war mir klar. Dass es allerdings so wenig ist, finde ich eine bodenlose Frechheit. Auch ich frage mich ernsthaft, wie ich in einer Großstadt, in der Wohnungen etwa 15€ pro qm Miete kosten von einer der vielzählig angebotenen 19,25 Stunden-Stellen leben soll.

Gestern war ich bei einem großen Discounter einkaufen- dort wurden Mitarbeiter gesucht. Zu einem Stundenlohn der deutlich höher liegt als es TVÖD9 Stufe 1 bietet. Ich habe mich beworben. Wenn fachliche Qualifikation in diesem Land nicht geschätzt wird, arbeite ich eben als Aushilfskraft.

Ich persönlich habe jedenfalls keine Lust mehr, emotional und fachlich anstrengende Arbeit zu oft ungünstigen Arbeitszeiten (die ja gerade in der Jugendarbeit oft der Fall sind) zu Konditionen zu verrichten, die sich nicht lohnen. Nur weil ich Soziale Arbeit studiert habe, bedeutet das nicht, dass ich nur ideellen Gewinn aus meiner Arbeit ziehen möchte.

Eine Erhöhung des Gehalts im Öffentlichen Dienst ist mehr als überfällig.

Katja

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