In den letzten Jahren wurden über 20.000 Stellen an Hochschulen gestrichen. Bei gleichzeitig 150.000 mehr Studierenden wird Bildung zur Massenabfertigung!
Die deutschen Hochschulen sind in keiner guten Verfassung, und das gilt nicht nur für den baulichen Zustand der maroden Unigebäude. Nach jahrelangen Sparorgien fehlt es eigentlich an allem: an Lehrkräften, am nichtwissenschaftlichen Personal, an neuen Büchern, an technischen Geräten in den Laboren. Folglich lassen die Studienbedingungen deutlich zu wünschen übrig. Weil die Verträge von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht mehr verlängert wurden und immer mehr Professoren ohne Nachfolger in Pension gegangen sind, existiert die Betreuung der Studierenden oft nicht mal auf dem Papier. Die übrig gebliebenen Lehrveranstaltungen sind daher überfüllt, was ihre Qualität nicht verbessert. Auf diese Situation reagieren die Hochschulen mit dem Abbau von Studienplätzen und höheren Zugangsbeschränkungen (Numerus Clausus). Das verlängert die Wartezeiten vor der Aufnahme eines Studiums.
International nicht konkurrenzfähig
Sieht so eine gute Wissenschaftspolitik aus? Bund und Länder geben jährlich zusammen 20 Milliarden Euro für die Hochschulen aus. Das reicht noch nicht einmal aus, um die gesetzlichen Verpflichtungen und die grundlegenden Aufgaben, wie etwa die zeitgemäße Ausstattung der Bibliotheken oder anfallende Renovierungsarbeiten, vollständig zu erfüllen. Wollte man zu den anderen entwickelten Industriestaaten aufschließen, was den Anteil der Ausgaben für Bildung am Bruttoinlandsprodukt angeht, so müsste die Bundesrepublik zehn Milliarden Euro mehr für die Hochschulen aufwenden. Dies ist seit Jahren bekannt – aber was passiert? Die Mittel für Hochschulen werden weiter gekürzt.
Studierende sollen für schlechte Leistung zahlen
Damit nicht genug. Studierende werden gegenwärtig erheblich stärker belastet als früher. Um gleiche Bildungschancen zu wahren, muss der Empfängerkreis des BAföG größer werden. Nur so können sich Studierende aus weniger vermögenden Familien noch eine wissenschaftliche Ausbildung leisten. Damit es wirklich seinen Zweck erfüllt, sollte das BAföG jährlich an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst werden.
Sinnvolle Reformen statt Kleinstaaterei
Wenn der Bund, wie im Gesetzentwurf zur Abschaffung des Hochschulrahmengesetzes vorgesehen, auf die wenigen ihm verbliebenen Kompetenzen in der Hochschulpolitik verzichtet, droht der Rückfall in längst überholt geglaubte Kleinstaaterei. Notwendig sind stattdessen national einheitliche Regelungen zu Zielen und Anforderungen des jeweiligen Studiengangs. Dies gilt auch für Zugangsbedingungen, Abschlüsse und Studienzeiten. Eine Koordinierung der Studien- und Prüfungsordnungen würde es den Universitäten erleichtern, die anderweitig erbrachten Studienleistungen anzuerkennen.
Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft
Wenn wir die Qualität unserer Hochschulausbildung nicht verbessern, verpassen wir den internationalen Anschluss im Bildungswettbewerb. Diese Investitionen in die Ausbildung der jungen Generation sind elementar für unsere Zukunft. Bildung als Massenabfertigung wird dieses Ziel nicht erreichen!
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In den letzten Jahren wurden 10.000 Stellen an Theatern gestrichen. Das sind 20% aller Beschäftigten. Für die Kultur fällt der Vorhang!
Die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in der Bundesrepublik hat noch nie eine Theateraufführung gesehen, ein Konzert besucht oder einer Oper gelauscht. Handelt es sich hier um eine Generation von Kunstbanausen? Wohl kaum, den Kindern und Jugendlichen fehlen schlicht die Möglichkeiten, Kunst einmal „live“ zu erleben: In den letzten Jahren fielen über 10.000 Stellen bei den Bühnen dem Rotstift zum Opfer. Manchmal traf es ganze Theater, in anderen Fällen „nur“ Sparten wie etwa das Ballett oder die Kinder- und Jugendangebote. Und dort, wo es noch Angebote gibt, sind sie teurer geworden, so dass viele Eltern ihren Kindern den Eintritt nicht bezahlen können.
Ist Kunst zu teuer?
Leider ist nicht nur vielen Geringverdienern die Kunst zu teuer, sondern auch zunehmend der öffentlichen Hand: Immer weiter zieht sie sich aus der Förderung von Theatern und Konzerthäusern zurück. Die Folge: Die kulturellen Angebote erreichen weniger Menschen und verlieren dabei an Vielfalt. Dabei ist die Kunst nur auf den ersten Blick ein Kostenpunkt. Genauer betrachtet gehören die kulturellen Angebote zu den wichtigsten „weichen“ Standortfaktoren: Sie machen die Regionen erst richtig attraktiv, für Bewohner, Touristen und Investoren gleichermaßen. Die Lebensqualität in einer Stadt und die Innovationskraft ihrer Bewohner hängen mit der kulturellen Vielfalt zusammen. Zugegeben, es ist nicht einfach zu messen, wie viel des für Kunst und Kultur ausgegebenen öffentlichen Geldes wieder als Steuereinnahme in den Staatshaushalt zurückfließt: Ist es der zweifache oder der dreifache Betrag? Unstrittig ist jedoch, dass von den Subventionen für die Kunst auch andere Branchen profitieren.
Theater ist mehr wert
Es geht um mehr als um Rentabilität. Seit jeher hat die Kunst Menschen miteinander in Kontakt gebracht und sie vor Vereinsamung und Verrohung geschützt. Dabei muss es nicht immer harmonisch zugehen: Viele Theateraufführungen provozieren und sorgen für Diskussionen, andere spenden Trost oder unterhalten.
Eine florierende Kunst- und Kulturlandschaft gibt es allerdings nicht zum Nulltarif. Die Beschäftigten an den Bühnen, die Beleuchterinnen, Maskenbildner, Bühnentechnikerinnen, Tonmeister, Tänzer und Schauspielerinnen arbeiten hart, um trotz aller Sparmaßnahmen den Menschen Kunst und Kultur nahezubringen. Sie haben es verdient, von ihrer Arbeit leben und ihre Familien ernähren zu können.
In den letzten Jahren wurden 150.000 Stellen in den Ämtern gestrichen. Lange Wartezeiten bei Anträgen und Behördengängen nerven!
Sie müssen Ihren Personalausweis neu beantragen, ihren Wohnort ummelden oder Ihr neues Auto anmelden? Dann erwarten Sie natürlich einen schnellen und korrekten Service – egal ob Sie Ihre Anliegen über das Internet regeln oder mit den Menschen auf dem Amt besprechen. Leider wird diese berechtigte Erwartung häufig enttäuscht, herrscht doch inzwischen in fast allen Ämtern der Personalnotstand. Nachdem in den letzten Jahren bundesweit 150.000 Stellen gestrichen wurden, macht sich dies beim Service bemerkbar: Die Warteschlangen auf den Behörden werden länger, Akten bleiben unbearbeitet liegen. Das nervt nicht nur die Bürgerinnen und Bürger – auch die Beschäftigten in den Ämtern sind damit nicht zufrieden.
Das Internet kann das Amt nicht ersetzen
Von der Steuererklärung über den Bauantrag bis zur Information über Gesetze und Verordnungen: Vieles kann man mittlerweile über das Internet erledigen, aber eben nicht alles. Schließlich haben die Ämter die verschiedensten Aufgaben wahrzunehmen: Die Sozialämter und Arbeitsagenturen zahlen Versicherungsleistungen aus, berechnen Ansprüche und helfen bei der Arbeitssuche. Während die Meldestellen die Vergabe von Personaldokumenten organisieren, überprüfen andere Ämter die Einhaltung gesetzlicher Standards, etwa beim Arbeitsschutz oder bei der Lebensmittelsicherheit. Die Beschäftigten der Ordnungsämter dagegen müssen sich darum kümmern, dass all die kleinen Regeln eingehalten werden, die für unser Zusammenleben so nötig sind.
Der bürgernahe Service steht auf dem Spiel
Neben den Einsparungen der letzten Jahre gab es allerdings auch erfreuliche Entwicklungen im öffentlichen Dienst. So haben viele Kommunen einen Großteil ihrer Dienstleistungen unter einem Dach gebündelt, im sogenannten Bürgerbüro. Odysseen von Amt zu Amt sind daher selten geworden, die Wege zu den Servicestellen kürzer. Auch bei den Öffnungszeiten hat man sich an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientiert. All diese Fortschritte sind gefährdet, wenn die Politik den Stellenabbau bei den Ämtern fortsetzt. Wer Steuern zahlt, hat schließlich auch ein Anrecht auf einen funktionierenden Staat.
Das gilt auch für Unternehmen. Auch sie haben ein berechtigtes Interesse daran, dass ihre Anliegen schnell bearbeitet werden, ob es sich nun um die Ausweisung von Gewerbeflächen, die Anmeldung von Patenten oder um laufende Verfahren vor Gericht handelt.
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Fernverkehr der DB AG 1996/97 |
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